Und hier eine weitere Frage an Bernd Franzen zum Thema Autogenes Training:

Autogenes Training wird auch für Kinder empfohlen. Wann macht es vom Alter her frühestens Sinn mit einem Kind Übungen zu beginnen und ist es überhaupt nötig?

Diese Frage kurz zu beantworten, vor allem der letzte Teil, ist eine echte Herausforderung.

Klassisches Autogenes Training (AT) mit den klassischen Formeln ist schon für Erwachsene nicht so ganz einfach weil vom Zugang her spröde. Das gilt erst recht für Kinder.

Allgemeine Entspannungsübungen kann man mit Kindern aber hervorragend machen. Entspannungsgeschichten, Fantasiereisen, mit denen wir Erwachsene es beim gezielten Erlernen richtig schwer tun können, sind bei Kindern kein Problem. Die „können“ das quasi von Natur aus, müssen aber manchmal daran erinnert werden. Kinder im Kindergarten und frühen Grundschulalter unterscheiden oft nicht klar zwischen Gedanken- und realen Welten. Liebvoll und zuwendend ausgenutzt kann man darum mit Kindern wunderbar arbeiten.

Die Form muß aber kindgerecht sein, dann sind Kinder sehr empfänglich für Entspannungsübungen. Anfangen kann man schon im Kindergartenalter.

Und nötig haben Kinder das oft sehr. Reizüberflutung (Computer und Medien schon im Kinderzimmer) und von außen herangetragene Ansprüche (Förderunterricht, Musikschule, 3x Ballet in der Woche) sind bei Kindern schon sehr früh vorhanden. Oder im andren Extrem: Vernachlässigung, keine Förder- und positive Forderung, viele Kinder sind aus unterschiedlichen Gründen alleine gelassen. In beiden Fällen kann Entspannung helfen ein wenig Ausgleich zu schaffen.

Eine wundschöne Definition von Entspannung einer meiner LehrerInnen war „Entspannng ist die liebevolle Verabredung mit sich selber.“

„Ich bin gewollt, geliebt, aufgefangen, jemand kümmert sich um mich!“ Das sind Botschaften, die man Kindern fast noch eher wie Erwachsenen in der Entspannung vermitteln kann. Und das Erfahren dieser Botschaft haben viele Kinder bitter nötig.