Wie bereits angekündigt, war ich heute (mittlerweile war es schon gestern) zu Gast an der Seitenlinie bei einem Berlin-Thunder-Spiel im Olympiastadion. Da dieses Erlebnis mehr als 6 Stunden umfaßt, versuch ich es in gekürzter Form hier wiederzugeben, was gar nicht so einfach ist. Auch werde ich versuchen mich Foto-technisch zurückzuhalten. Also los gehts:

Im Power Party Office am Olympiastadion mußte ich zuerst einmal meinen Ausweis abholen, der mir Zugang zum Spielfeld geben sollte. Bis auf den VIP-Bereich und die Lockers (Umkleidekabinen) standen mir mit diesem Ausweis sämtliche Orte im Olympiastadion offen.

Thorsten (Headcoach der Berlin Bullets) empfing mich am Eingang des Stadions und führte mich ein wenig auf dem Gelände herum. Dabei stellte er mich einigen Leuten vor wie z.B dem PR Director und PR Manager, u.a. schüttelte ich auche einer Band die Hände (ich vermute das waren die, die die Hymne für Thunder geschrieben haben).

Als ich gegen 15:30 Uhr das Spielfeld betrat, herrschte dort eine Totenstille. Vereinzelt liefen Spieler in Trainingsklamotten und mit MP3-Player über das Feld. Der Feuerwerke übte mit seinen 7 Meter hohen Feuersäulen und kurzeitig überdeckte der Geruch der Flammen den des Rasens. Es war eine angenehme Ruhe und ich nutzte die Zeit um mir schonmal eine Stelle auszusuchen von der ich das Spiel verfolgen würde.

Spieler Berlin Thunder

Um 16:30 Uhr füllte sich das Feld langsam mit Spielern, die nun zum Trainieren schon Trikot und Helm trugen. Die Ränge waren immer noch leer, vom Training sahen die Zuschauer noch nichts, die wurden erst um 17 Uhr reingelassen, womit auch gleich der Geräuschpegel erheblich anstieg. Normalerweise habe ich zu den Spielen immer Ohrenstöpsel mit, diesmal hab ich irgendwie nicht dran gedacht, aber dadurch konnte ich noch mehr vom dem Erlebnis über die Ohren aufnehmen.

Auch um das Spielfeld herum wurde es nun geschäftiger. Viele der Gesichter kannte ich noch vom Run4Fun aber diesmal waren sie angespannter. Ich war erstaunt, was für eine Maschinerie hinter so einem Football-Spiel steckt. Überall wuselten Mitarbeiter herum, voll konzentriert auf Ihre Tätigkeit. Das ganze lief in einer nicht definierbaren Geräuschkulisse ab. VOn überall her hallten Soundfetzen, die Stimme vom Stadionsprecher, die Rufe des Publikum, Trommeln, Pfeifen … ein wahres auditives Chaos!

Bevor es losging, blickten alle zum Himmel, ich tat es auch und es hatte sich gelohnt, denn 4 Fallschirmspringer der British Army flogen im Olympiastadion ein und überreichten den Spielball. Und dann ging es auch schon los! Ich stand direkt an der Seitenlinie und konnte das Spiel so hautnah miterleben. Außerdem fotografierte ich was das Zeug hielt!

Fallschirmspringer

Zwar war ich hautnah dabei, aber vom Spiel bekam ich kaum etwas mit, es waren einfach zuviele Eindrücke, es ist wirklich überwältigend. Ich habe mehr als 300 Fotos gemacht, vielleicht drückt das aus, was dort los gewesen ist. In der Halbzeit wurde einige Berliner Football-Trainer geehrt, Thorsten war auch dabei. Joe, der ja General Manager von Berlin Thunder ist übernahm die Ehrung und sprach mich auch gleich an als er mich sah. Er konnte sich scheinbar noch vom Offenen Training und Run4Fun an mich erinnern (nun wußte ich ja auch wer er war). Auch er war ziemlich angespannt, ist ja auch kein Wunder, wenn man zu 11.443 Zuschauern sprechen muß.

Flammen

Das Spiel an sich möchte ich an dieser Stelle mal überspringen. Nicht etwa weil es nicht so gut gelaufen ist (ähnlich wie dieses hier), sondern weil es sonst wirklich zu lang werden würde. Kurz vor Schluß traf ich auch noch Alex, den Assistenten des General Managers. Als er mich fragte, ob wir uns zum nächsten Spiel wieder sehen und ich auf meinen für den Tag begrenzten Ausweis zeigte, meinte er ich solle mir keine Gedanken machen. – Sieht wohl aus, als würde ich das Spiel am Ostermontag auch von der Seitenlinie aus verfolgen, ich habe mir ja auf der Driving Range schonmal vorsorglich frei genommen gehabt.

Thunder Spieler

Ich habe nun zwar schon einige Zeit bei den Berlin Bullets an der Seitenlinie verbracht, aber es ist etwas völlig anderes als bei dem Spiel der NFL Europe. Ich habe auch eine neue Position am Spielfeldrand kennengelernt. Und zwar gibt es da einen Mann, der hat grelle orange Fausthandschuhe an, die bis zum Ellenbogen gehen. Außerdem ist er verkabelt. An der Hose hat er einen Kasten, auf dem Kopf ein Headset und um den Arm eine große Uhr. Sein Job ist es die ganze Zeit auf einem Fleck zu stehen und entweder die Arme mit seinen grell-farbigen Handschuhen nach unten baumeln zu haben und er vor der Brust gekreuzt. Damit zeigt er auf dem Spielfeld an, ob das Amerikanische Fernsehen gerade eine Werbepause hat. – Toller Job!

Es war ein wirklich unvergessliches Erlebnis und ich werde nun sicher mit noch mehr Elan an meine Tätigkeit bei den Berlin Bullets ran gehen, denn da ist noch eine ganze Menge zu tun. Thorsten hat sich mit der Einladung also selbst geholfen 😉