Die Geschichte geht schon seit einiger Zeit durch die Presse und ist Euch bestimmt nicht unbekannt, hier mal eine kurze Zusammenfassung und die aktuellen Entwicklungen des Falls aus Österreich, sowie der Hinweis auf das erste Interview mit Natascha, das auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird.

Am 2. März 1998 wird ein 10-jähriges Mädchen in Wien entführt. Natascha K. wird auf dem Weg zur Schule verschleppt. Eine Zeugin sieht, wie Natascha in einen weißen Lieferwagen gezerrt wird. Seit diesem Tag fehlt jede Spur von dem Mädchen. Acht Jahre später meldet sich eine junge Frau bei der Polizei in Wien und gibt sich als Natascha K. aus. Mittels DNA-Test wird die Behauptung der jungen Dame bestätigt.

In einem Brief wendet sich Natascha K. an die Öffentlichkeit und gibt einige Details aus ihrer 8-jährigen Gefangenschaft preis. Dabei wird festgestellt, dass der Fall unglaubliche Ähnlichkeit mit dem Thriller „Der Sammler“ (1963) von John Fowles hat. Das Buch wird jedoch nicht in der Wohnung von Wolfgang P. gefunden und somit ist auszuschließen, dass er als Vorlage diente. Natasche K. die am 23. August den Händen ihres Entführers entkommen konnte, zeigt sich der Öffentlichkeit gegenüber unheimlich stark. In einzelnen Passagen ihres Briefes nimmt sie „Wolfi“ sogar in Schutz und ein Gefühl von Trauer empfindet sie auch, nachdem ihr Entführer Selbstmord begangen hat. Das läßt sich sicherlich mit dem Stockholm-Syndrom erklären.

Nun stellt sich Natascha K. das zweite mal der Öffentlichkeit, diesmal in Form eines Interviews. Lediglich dem österreichischem Fernsehsender ORF hat sie die Möglichkeit gegeben ein maximal 20-minütiges Interview mit ihr zu führen. Es handelt sich dabei um ein exklusives Interview. Der Fernsehsender darf dieses Interview weiterverkaufen und prompt hat RTL 200.000 Euro aufgebracht (wie bis vor kurzem noch in einigen Meldungen im Internet zu lesen war) um eine Stunde zeitversetzt am 6. September 2006 um 21:15 Uhr das Interview mit Natascha K. im deutschen Fernsehen zu senden. Die Geldsumme ist mittlerweile aus diversen Meldungen verschwunden.
Ich bin gespannt, was im Interview mit Natascha noch ans Tageslicht kommt. Sehen wird man Natascha K. nicht wirklich. Das Interview wird so gedreht, dass sie auf der Straße nicht wiederzuerkennen ist.

Dieser Fall ist genauso unheimlich wie die Entführung von Felix in Dresden 1985. Nur ist Felix bis heute nicht aufgetaucht.


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„Der Sammler“ – John Fowles