Es ist die wichtigste und bekannteste Radsportveranstaltung des Jahres. Jedes Jahr im Juli fahren knapp 200 Fahrer quer durch Frankreich, vom Flachland übers Gebirge nach Paris auf die Champs-Elysées. Aus meiner Kindheit weiß ich, dass es immer ein Spektakel war, ich habe die Tour immer mit großem Interesse verfolgt, sogar ein kleines Würfel-Comuterspiel habe ich wegen der Tour de France programmiert. 😉 In den letzten Jahren bin ich nicht mehr so richtig dazu gekommen zu gucken. Klar, man muss ja auch mal arbeiten…

Vielleicht war es auch gut so. Denn was zurzeit im Radsport passiert, ist einfach nur unverständlich für den Fan und die größte Frechheit schlechthin. Das hat mit sportlichen Leistungen nichts mehr zu tun. Das Synonym für Radsport ist mittlerweile Doping. Traurig aber war.

Dieses Jahr verlief wirklich außergewöhnlich. Kurz vor dem Start der Tour de France 2006 wird eine große Zahl von Fahrern suspendiert, weil diese im Verdacht mit Doping stehen sollen. Darunter auch der designierte Lance Armstrong-Nachfolger Jan Ullrich vom Team T-Mobile. Kurios: Er hält sich zurück, beteuert lediglich seine Unschuld. Für mich eine sehr defensive Haltung, wenn man angeblich nichts zu verbergen hat. Auch weitere Topstars wie Ivan Basso werden von der Tour ausgeschlossen.

Dann findet die Tour statt. Der Sieger ist Floyd Landis (USA). Doch wenige Tage nach seinem Sieg kommt ans Licht, dass er gedopt gewesen sein soll. Ein Indiz dafür ist die 17. Etappe. Eine unglaubliche Solofahrt wurde schon als Sensation gefeiert. Doch jetzt die Ernüchterung. Zum ersten Mal wird einem Toursieger Doping nachgewiesen.

Was ist aus dem Radsport geworden? Wer glaubt denn jetzt noch, dass ein Fahrer sportliche Leistungen zeigt? Es kommt doch immer wieder der Verdacht auf, dass eine besonders gute Leistung nicht ohne Doping möglich ist. Denken die Fahrer nicht nach? Wer guckt denn jetzt noch Radsport? So macht ihr den Sport kaputt. Wenn es jetzt nicht schon zu spät ist.
Und wenn man euch schonmal im Verdacht hat, dann habt doch wenigstens die Größe und gibt es zu. Das ist allemal glaubwürdiger als das ganze Theater mit den Unschuldsbekundungen!

Der deutsche TV-Sender ZDF, der von der Tour berichtet, denkt bereits über einen Ausstieg über die Berichterstattung nach. Mich wunderts nicht. Aber so ist das. Auf jeden Fall soll man nicht alle Fahrer über einen Kamm scheren, das negative, betrügeriche Verhalten einiger Fahrer überwiegt aber nunmal.

Der Radsport ist für mich erst einmal gestorben, solange es keine sportlich fairen Veranstaltungen im Radsport mehr gibt.