Seit Wochen hat uns der zweijährige Bruno (JJ1) in Atem gehalten, er war ein richtiger Bär, der sich auf seinem Weg von Italien in ein neues Jagdrevier nach Deutschland verirrt hat. Hier riss er einige Schafe, was die Bauern ihm ankreideten. Dennoch haben gleich zwei große Versicherungen (eine davon in England) sich bereit erklärt, Brunos Misstaten finanziell auszugleichen.

Bärenzwinger am Köllnischen Park

Aber Bayern sprach schnell von einem Problembären. Tierschutzorganisationen haben ein großes Wildgehege nur für Bruno in kürzester Zeit gebaut, so wusste man genau, wenn Bruno gefangen wird, kann er dorthin.

Nach dem ersten Abschussbefehl wurde die Möglichkeit genutzt ihn zu fangen. Man versuchte es mit Fallen und Bärenhunden, aber es hat leider nichts gebracht. Bruno war ein sehr gewitzter Bär, der die Menschen zwar beobachtete, ihnen aber nichts zu leide tat. Hunde die Menschen angreifen, bekommen einen Platz beim Tierpsychologen und eine zweite Chance.

Nachdem Bruno noch am Sonntagabend von Spaziergängern gefilmt wurde, hätte man ihn ohne weiteres betäuben können. Der Direktor des Münchner Tierparks hätte diese Aufgabe gerne übernommen, aber Experten aus der näheren Umgebung wurden nicht gefragt.

Was bekam Bruno? In der Nacht zu Montag eine Kugel mitten ins Herz.

Viele Berliner Bärenfreunde und ich sind entsetzt und sehr traurig, dass der so genannte Problembär Bruno in der Nacht zum 26. Juni 2006 erschossen wurde. Wenn nur 150 m zwischen Jäger und Bär lagen, hätte auch der Schuss aus einem Betäubungsgewehr genügt. Bruno wäre noch am Leben.

Es ist schon sehr seltsam, Wochenlang kam dem Bären niemand auf die Spur, aber kaum soll der Abschussbefehl wieder in Kraft treten, findet man Bruno und erschießt ihn. Wir können es nicht fassen, wie hier mit dem Tierschutz und dem Leben eines einzelnen Bären umgegangen wird.

Die Bevölkerung sollte aufgeklärt werden, dass das Leben mit Bären in der Natur eine Bereicherung sein kann. Immerhin ist der Mensch das größte Raubtier. Das wurde wieder einmal wieder bewiesen. Andere europäische Länder leben auch mit Braunbären in der Natur…

(in Zusammenarbeit mit dem Verein Berliner Bärenfreunde e.V.)

Hinweis: Der Bärenzwinger im Köllnischen Park, gleich hinter dem Märkischen Museum an der Rungestraße bietet euch die Möglichkeit, einmal die drei Wappentiere der Stadt Berlin (Tilo, Maxi & Schnute) zu beobachten.

Zu erreichen: U-Bahnhof Märkisches Museum – S- & U-Bahn Jannowitzbrücke – u-Bahn Heinrich Heine Str.