Vor kurzem war ich aufgrund von Zukunftsplanungen in Leipzig. Und da es von Berlin nach Leipzig eigentlich nur ein Katzensprung ist (man fährt knapp mehr als eine Stunde von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof), hab ich mich für die Deutsche Bahn entschieden. Alles unspektakulär, wäre da nicht die Rückfahrt gewesen.

Der Empfehlung der Bahn, eine Sitzplatzreservierung zu buchen, folgte ich, denn Freitag Nachmittag ist die Bahn sehr gut frequentiert. Ich hatte für Wagen 23 reseviert – doch als der Zug dann kam, suchte ich vergeblich zwischen Wagen 22 und Wagen 24 meinen Sitzplatz. Der Grund war ganz einfach: Es gab keinen Wagen 23. Diesen Umstand hätte man vielleicht bei gutem Service den Fahrgästen schon auf dem Bahnsteig mitteilen können.

Und so fuhr ich halt ohne Sitzplatz nach Berlin. Der Grund war, dass der Wagen 23 kaputt war und abgekuppelt wurde. Ich traf einige Leute, die das gleiche „Problem“ wie ich hatten. Als der Zugbegleiter (oder heißt das noch Schaffner?) dann die Fahrausweise kontrollierte, vermerkte er freundlicherweise auf meiner Reservierung, dass der besagte Waggon fehlte. Denn so könnte ich mir meine Reservierungsgebühr erstatten lassen.

Soweit so gut – in Berlin bin ich gleich in Südkreuz zum Service Point der Deutschen Bahn gelaufen. Da ich dort eine sehr lange Schlange von wartenden Leuten vor mir fand, entschied ich, doch lieber nach Lichtenberg zu fahren. Dort warteten nur zwei Leute. Nun war ich also kurz vor meinem Ziel, das Geld wiederzubekommen.

Doch dann die Überraschung: Die Erstattung ist nicht am Schalter möglich. Wie bitte?! Ich bekam lediglich eine Visitenkarte vom Beschwerdemanagement.

Nun war es also so weit: Dass ich im Zug stehen musste, emfpand ich gar nicht so schlimm, doch so langsam wurde ich richtig wütend auf die Bahn, denn wo ist das Problem, mir am Schalter mein Geld zurückzugeben? Ist die Bahn da so unflexibel? Ich glaube, „explodiert“ wäre ich, wenn ich in Südkreuz gewartet hätte für eine einzige Visitenkarte…

Und so füllte ich das Kontaktformular der Bahn im Internet aus und erklärte den Sachverhalt. Ich bat darum, dass ich mir das Geld im Servicepunkt erstatten lassen könnte. Doch die Antwort der Bahn war nicht zufriedenstellend, aber freundlich: Die Erstattung ist nicht möglich am Schalter, ich müsste die Reservierung UND die Fahrkarte (es sind zwei getrennte Scheine, weil man sie ja auch getrennt kaufen kann) per Post einschicken.

Bahnticket
Rückerstattung leicht gemacht: Aber nicht am Bahnschalter…

An dieser Stelle endet die Geschichte: Ich habe es sein lassen, denn wegen zwei Euro brauche ich mir den Aufwand nicht zu machen. Am Schalter wäre es ideal und einfach gewesen. Doch so hat die Bahn ein paar Euros verdient. Manche mögen jetzt sagen, „es sind ja nur 2 Euro“, aber ich sage, es sind immerhin 2 Euro. Im übrigen nur, weil ich meine Fahrkarte am Automaten gekauft habe. Am Schalter ist das Ticket mit Reservierung teurer (Stichwort: Bedienzuschlag). Bedenkt man, dass in etwa 100 Fahrgäste in einen Waggon passen, naja, dann hat die Bahn mit diesem Zug ein paar Euros verdient.

Ich fahre gerne mit der Bahn, wie andere Berichte hier im Blog zeigen. Jedoch bin ich in diesem Fall von der Vorgehensweise der Bahn enttäuscht. Wo wäre das Problem, die Reservierung am Schalter abzugeben und sein Geld zurück zu bekommen…?! Dann wäre ich sofort zufrieden gewesen, doch so bleibt mir die Situation negativ in Erinnerung.

Liebe Deutsche Bahn, vielleicht könnt ihr das für die Zukunft etwas besser organisieren…