Heute hieß es 7:30 Uhr aufstehen, was einem nicht schwerfällt, wenn man ein zweijähriges Patschehändchen im Gesicht hat. Was der Leo streicheln nannte, war für mich ein willkommenes Wecken. Um 8:45 Uhr saß ich dann auch schon in der U-Bahn Richtung Olympiastaion. Die Bahn war ganz schon voll, für einen Samstagmorgen, aber das lag sicher daran, dass die ITB dieses Wochenende ist.

Schnell schaute ich noch mal im Palm nach, auf welchem der Plätze das Training stattfindet und suchte ihn mir im Stadtplan raus. Ok, 1,17 km Fußweg errechnet der Palm. Die wären es sicher auch gewesen, wenn ich nicht falsch abgebogen und auf einen Vater mit seinem ungefähr 8-jährigen Sohn getroffen wäre, der eine Abkürzung kannte, die vor einem 2 Meter hohen Zaun endete.

Kurz vorm Ziel, traf ich auf ein Pulk von Football-Spielern in voller Montur, die gerade auf dem Weg zum Platz waren. Es schneite wie verrückt. Vor mir lief Widereceiver Alejandro Gamez (#88) und hinter mir der von den Tampa Bay Buccanneers gestellte Kicker Brian Simnjanovski (#1). ‚Meine Chance!‘ dachte ich, drehte mich zum Berlin-Thunder-Kicker um und fragte: „Do you enjoy the weather?“ Das Wetter ist immer ein gutes Thema, um locker ins Gespräch zu kommen und Tatsache … „No ..“ grinste er durch sein Gesichtsgitter – das Eis war gebrochen. Ich erzählte ihm dann noch, dass das Wetter nächste Woche besser würde und berief mich dabei auf Stefan. Dann trennten sich unsere Wege. Cool, jetzt kann ich beim Einlauf der Thunder-Spieler immer sagen: „Ah, da kommt ja Brian, mit dem hab ich auch schon gequascht.“

Die nächsten zwei Stunden stand ich dann im Schneegestöber und schaute den Jungs beim Training zu. Danach sollte das Team-Foto gemacht werden.

Zum Kuppelsaal ging ich zusammen mit Headoach Rick Lantz und seiner Frau (die beiden liefen einen Meter neben mir). Es ist schon eine nette Erfahrung die Spieler die man sonst nur im Fernsehen oder von den Rängen aus auf dem Spielfeld sieht, hautnah zu erleben.

Nach dem Team-Foto gehörten die Spieler dann den Fans. Einige der Spieler standen allein rum, weil sich scheinbar keiner an sie ran traute. Es kann aber auch daran gelegen haben, dass es zum Großteil neue, unbekannte Spieler sind. Auf jeden Fall spürte man schon eine gewisse Distanz, obwohl die Nähe gegeben war.

Auf der Rückfahrt ist mir noch was komisches passiert, in der U2 Richtung Pankow stiegen drei als Stewardessen gekleidete Damen ein, positionierten sich vorn, in der Mitte und hinten im U-Bahn-Wagen und begannen die typische Vor-dem-Flug-Performance als die Türen schlossen und verteilten anschließend Werbung für irgendwelche Klamottenläden (wenn ich das richtig mitbekommen habe).

Alles in allem war es ein aufregender, wenn auch frostier Vormittag. Nächstes Jahr werde ich garantiert wieder zum Offenen Training gehen, dann nehm ich mir jemanden mit der auch mal ein Foto von mir und einem Spieler machen kann und dann quatsche ich auch wieder ein bißchen mit meinem Kumpel Brian Simnjanovski.

Hier noch drei Bilder, die ich geschossen habe:

Berlin Thunder Training

Oben: Trainigsende und Schneerückzug

Rick Lantz

Oben: Headcoach Rick Lantz

James Thornton

Oben: Cornerback James Thornton