„It’s up to you New York, New York…“ so sang einst der große Frank Sinatra. Bevor wir allerdings alle unseren Weg im Big Apple finden sollten mussten wir noch eine anstrengende Flugreise hinter uns bringen. Leider war die US-Flugsicherheitsbehörde just an unserem Reisedatum der Meinung mal eben so fast die Hälfte der gesamten Flotte von „American Airlines“, „United“ und „Delta“ still zulegen. Unser Flug hatte aufgrund dessen schon 2 1/2 Stunden Verspätung bevor der Flieger auch nur abgehoben war. Unseren Anschlussflug in Los Angeles erreichten wir glücklicherweise genau 1 Minute bevor der zuständige Ramp-Agent das OK für den Abflug gab. Nach insgesamt 12 Stunden Reise landeten wir dann doch noch voll im Zeitplan am frühen Samstagmorgen auf dem JFK-Airport in New York.

Meinen Zustand als müde zu beschreiben wäre die absolute Untertreibung. Die Reiseanstrengungen und vor allem das allmählich einsetzende Jet-Lag hatten mir zu diesem Zeitpunkt schon ganz schön zugesetzt. Aber eine Stadt wie New York sieht man nicht alle Tage. Und wir hatten noch einen anstrengenden Tag vor uns mit einer Sonntagsgssendung von 01:00 – 05:00 Uhr. An Schlaf war also nicht zu denken. (Wie oft hab ich diesen Satz jetzt eigentlich schon benutzt? 😀 ) So ging es direkt nach dem Einchecken im Hotel an der Brooklyn Bridge ab nach Mannhatten. Ein paar Termine mit Interviewpartnern mussten wahrgenommen werden.

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Mit ca. 300 km/h (New Yorker Taxi eben) auf der Brooklyn Bridge

Die Eindrücke auf dem Weg in die Innenstadt und das Umherwandern auf der 5th Avenue haben mich dann total überfordert. Ein bisschen hab ich mich an diesem Tag gefühlt wie damals nach dem Mauerfall, als wir das erste Mal das damalige West-Berlin betraten. Klingt vielleicht seltsam, aber das beschreibt am ehesten das Gefühl eine völlig neue Welt zu betreten. Nicht durchweg beeindruckend sondern in gewissem Maße auch befremdlich und verstörend. Entweder man liebt diese Hektik, den Lärm, den Schmutz, das Durcheinander, diese unglaubliche Wucht an Wolkenkratzern und das totale Fehlen von Natur in Form von Pflanzen oder mann hasst es. Jeder Besucher dieser Stadt wird letztendlich zu einer dieser Ansichten gelangen. Für mich persönlich wird es sicherlich nicht der letzte Besuch gewesen sein.

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Einmal Curry mit Pommes Rot-Weiß bitte!

Einer der wohl interessantesten Interviewpartner an diesem Tag war sicherlich Curry-Rolf der direkt an der 5th Avenue seinen Ur-Berliner Currywurst-Stand aufgebaut hat wo er mittlerweile ein beträchtliches Vermögen mit dem Verkauf eben jener Currywurst verdient hat. Er redet übrigens tatsächlich deutsch mit seinen Kunden, egal ob sie ihn verstehen oder nicht, und seine Wurstkreationen tragen solch kreative Namen wie „Wartburg“ oder „Trabant Deluxe“. Sehr skurril, aber auch sehr delikat.

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In Manhattan gibt es kein „Klein“

Nach diversen weiteren kulinarischen Stärkungen und geschätzten 10 Kilometern Fußweg (gefühlten 50 😀 ) hatten wir dann eine wunderbare Abschlußsendung in den legendären Studios von CBS, der Heimat vom großartigen David Letterman.

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Einmal in den legendären Hallen von CBS

Nach nur 3 Stunden Schlaf ging es dann weiter zum krönenden Shoppingsonntag. Wie sagt mein Chef immer so schön: Müde ist nur im Kopf. In der „city that never sleeps“ war Schlaf eben nicht wichtig. Mit wesentlich mehr Gepäck als bei der Anreise und leerem Portemonnaie ging es dann am Abend zum Flughafen wo wir nach exakt EINER!!! Stunde auf dem Rollfeld (die haben sogar auf dem Flughafen Stau, die New Yorker) auch Gott sei Dank wieder in Richtung Heimat abgehoben sind. Endlich! Denn eines nehme ich als tiefsitzende Erkenntnis aus dieser Erfahrung „Weltreise“ mit: Zuhause ist halt doch am schönsten, und nichts ist wundervoller als eine Familie die auf einen wartet!