Auf unserer Reise nach New York legten wir mangels Direktflug einen Zwischenstopp in Auckland auf Neuseeland ein. Leider landeten wir mitten in der Nacht und machten uns schon am Samstagmorgen, nach kurzer Übernachtung im Airporthotel, im Halbdunkel wieder auf den Weg. So bekamen wir nicht sehr viel vom Land der Hobbits zu sehen. Was den bevorstehenden Flug anging so gibt es zwei Besonderheiten die ich in diesem Zusammenhang unbedingt erzählen muss. Zum einen wäre da unsere Airline auf dem Flug nach Hawaii. Air New Zealand. Die größte Fluglinie Neuseelands betreibt scheinbar ziemlich erfolgreich ein Programm gegen die zunehmende Arbeitslosigkeit im Alter. Anders konnte ich mir jedenfalls nicht erklären das die vorwiegend männlichen Flugbegleiter durchweg mein Opa hätten sein können. Nicht das mich das gestört hätte, aber da merkt man mal wie festgefahren die eigenen Ansichten über Flugbegleiter im Allgemeinen sind. Das in Kombination mit der Tatsache das die Neuseeländer ihr Cordon Bleu aus Hühnerbrust mit integriertem Knochen zubereiten hinterließ einen merkwürdigen Eindruck bei mir. Keinen wirklich Schlechten – aber irgendwie merkt man schon das die Jungs und Mädels da unten ziemlich weit ab vom Schuss wohnen, wenn ihr versteht was ich meine.

Die zweite Besonderheit auf unserem Flug war das bereits in Folge 4 angesprochene Geschenk. Man schenkte uns nämlich einen ganzen Tag! Durch das Überfliegen der Datumsgrenze durften wir Alle unsere Uhren 24 Stunden zurückdrehen und waren von nun an Berlin nicht mehr zeitlich voraus sondern rannten der Hauptstadtzeit hinterher. Spätestens jetzt war die innere Uhr eines jeden Mitreisenden vollends verwirrt. So landeten wir am Freitag schon 2 Stunden nachdem wir in Sydney los geflogen waren. Verrückt. 😀

Auf dem Airport in Honolulu erwartete uns dann die gefürchtete Immigration, also die Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika. Ganz so schlimm war sie dann aber gar nicht. Nur sehr langatmig. Nach 1 1/2 Stunden Schlangestehen befand ich mich um eine Foto von mir reicher und zwei Fingerabdrücke ärmer in der Abfertigungshalle des Flughafens. Sofort wurde mir bewusst das die Hawaiianer streng darauf bedacht sind sämtliche Klischees auszuleben um das Bild Hawaiis im Kopf eines normal gebildeten Europäers nicht zu zerstören. Anders konnte ich mir das jedenfalls nicht erklären:

hawaii toilette
Auch die Toilettenmännchen tragen Blumenkette

Das besagte Bild Hawaiis bröckelte allerdings ziemlich schnell als wir im Bus saßen und zu unserem Hotel direkt am berühmten Waikiki Beach geshuttlet wurden. Honolulu hat in etwa den Charme von Hohenschönhausen bei Regen. Plattenbauten soweit das Auge reicht und von Palmen und paradiesischer Natur nichts zu sehen. Unser Marriotthotel entpuppte sich dann auch als „mallorquinischer“ Bettenbunker. Mit 4 Sternen.

bettenbunker marriott
Wo bitte geht es zu meinem Zimmer?

So wie unser Hotel sahen da alle aus. Also auch das Hilton. Eben alles kurz nach der amerikanischen Erschließung auf Teufel komm raus aus dem Boden gestampft nur um dem Festlandvolk das vermeintliche Urlaubsparadies zu bieten. Der berühmte Waikiki Beach ist dann leider auch nicht mehr als ein ziemlich schmaler Streifen Sand mit direkter Anbindung an die Hauptverkehrsstraße, auch wenn die Szenerie besonders bei Nacht schon für stimmungsvolle Aufnahmen zu gebrauchen ist.

waikiki bei nacht
Waikiki Beach bei Nacht

Alles in allem merkt man mir sicherlich an das ich alles andere als begeistert von Hawaii war. Man muss allerdings der Fairness halber erwähnen das ich die gesamten 6 Tage Honolulu nicht verlassen habe. Und Honolulu ist nun mal eine typische amerikanische Großstadt die sich sicherlich vom teilweise unberührten Rest der Inseln unterscheidet. Aber ein bisschen enttäuscht war ich schon.

surfbretter
Die obligatorischen Surfbretter dürfen nicht fehlen

Gesendet haben wir übrigens aus den Studios von KSSK, dem erfolgreichsten Radiosender auf Hawaii. Beim Anblick der Technik vor Ort fühlte ich mich spontan in die 70er Jahre zurückversetzt. Gut, damals hab ich noch nicht gelebt, aber in etwa so muss es da ausgesehen haben.

sendestudio hawaii
Geklungen hat es super!

Nach 6 Tagen auf der Hula-Hula-Insel war ich dann irgendwie froh die Weiterreise anzutreten. Unser Weg führte uns über Los Angeles nach New York, der letzten und sicherlich eindrucksvollsten Station unserer Weltreise…