Hallo. Mein Name ist Christian. Ich bin 27 Jahre alt, komme aus Berlin und arbeite beim Radio. Wieso erzähle ich Euch das? Nun, im Herbst letzten Jahres verschenkte mein Arbeitgeber eine Weltreise an 18 glückliche Berliner. Frei nach Jules Vernes Roman sollten sie in Begleitung in 18 Tagen einmal um die Welt reisen. Das I-Tüpfelchen an der Sache: Das Team der Morgensendung würde sie begleiten und als erste europäische Radiostation von allen Aufenthaltsorten der Reise live senden. Schnell war klar das ich in meiner Funktion als Producer der Sendung mit auf diesen abenteuerlichen Trip gehen würde. Im März dieses Jahres war es dann soweit, die Reise sollte beginnen…

Heute ist schon fast ein Monat seit meiner Rückkehr vergangen und mein Kopf versucht immer noch angestrengt all die Erlebnisse, Eindrücke und Bilder zu verarbeiten. Schon einige Zeit vor meinem Abflug kamen Stefan und René mit der Idee auf mich zu das Erlebte hier im Blog zu präsentieren. Ich habe nicht lange überlegt und das Angebot gern angenommen. So ist es auf der einen Seite für mich die Chance in den kommenden Wochen die Reise nocheinmal gedanklich zu durchleben und ein wenig Ordnung in das Chaos in meinem Kopf zu bringen, auf der anderen Seite aber auch die Möglichkeit Euch in einem zugegebenermaßen äußerst subjektiven Reisebreicht Interessantes über die einzelnen Destinationen zu erzählen und vielleicht auch den ein oder anderen Einblick in die Produktion einer solchen Radiosendung zu gewähren.

Na dann mal los: Wie der Name der Reise schon verrät waren wir genau 18 Tage unterwegs. Von Berlin-Tegel ging es zunächst nach Frankfurt und von dort aus dann nach Singapur. Nach 3 Tagen Singapur flogen wir im Airbus A380 (allein dieser Flug ist einen separaten Blogeintrag wert *g*) nach Sydney in Australien. Über Auckland, Neu Seeland ging es dann nach Hawaii. Nach fast einer Woche in Honolulu reisten wir über Los Angeles zur letzten Station in New York bevor es dann über Frankfurt wieder zurück nach Berlin ging. Falls die Frage aufkommen sollte: Ja, ich habe mir vorher eine Miles&More-Karte bei der Lufthansa besorgt. Ich habe nämlich innerhalb von 2 Wochen insgesamt über 50 Stunden im Flugzeug gesessen und dabei über 40.000 km zurückgelegt. Ich glaube die Karte hat sich in so kurzer Zeit mehr rentiert als meine Payback – und Happy Digits Karten in 5 Jahren. 🙂

Die Reisegruppe
43 mit Sekt abgefüllte Weltreisende

Unsere Reisegruppe bestand aus insgesamt 43 Personen. Gut gelaunt fanden wir uns am Abend des 21.März am Flughafen Berlin-Tegel ein. Wobei unser Morgenteam etwas müde aus der Wäsche guckte. Schließlich hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits 5 Sendungen der Woche in den Knochen und waren auch an diesem Tag bereits seit 03:00 auf den Beinen. Nach kurzem Flug stand ich in Frankfurt vor meinem ersten Aha-Erlebnis, einer Boeing 747. Mein erster Flug in einem Großraumflugzeug!

Unsere Boeing 747 nach Singapur
Das zweitgrößte Flugzeug auf unserer Reise

Als absoluter Flugzeugenthusiast habe ich leider ein kleines Problem. Latente Flugangst. Vor allem in den Situationen in denen ich mir Geräsuche und Bewegungen innerhalb der Kabine nicht erklären kann. Als ob ich irgendeine Ahnung von Geräuschen innerhalb eines Flugzeuges hätte! Aber nach so eine paar Stunden vor dem heimischen PC-Flugsimulator hält man sich schnell für einen Experten *g*. Nein im Ernst, ziemlich aufgeregt suchte ich mir meinen Sitzplatz. (Heute, 40.000 Flugkilometer mehr auf dem Konto bin ich beim Betreten eines Fliegers übrigens die Coolness in Person.)
Die Aufregung verging dann aber auch ziemlich schnell. An ihre Stelle trat der Schmerz. Im Knie. Ohne Quatsch; eines kann ich schon in Folge 1 meines Reiseberichtes vorweg nehmen. Die Lufthansa ist meines Erachtens von allen geflogenen Airlines die miserabelste in Sachen Platzangebot in der Economy-Class. An Schlaf war jedenfalls nicht zu denken. An Unterhaltung übrigens auch nicht. Links neben mir saß ein schnarchender Malaye der leider keine mir bekannte Sprache sprach und rechts am Fenster ein an den Fingern knabernder Grieche der sich alle 30 Minuten eine Uhr aus dem Duty-Free-Angebot zeigen ließ. Jede zweite hat er gekauft. Oder besser gesagt Papa hat sie gekauft. Papa hats auch geschafft die Hälfte seines Kleingeldbeutels in meinem Orangensaft zu versenken. Aber das ist eine andere Geschichte. Um die Sache hier abzubrechen, es war nicht unbedingt der bis dato angenehmste Flug. Ich habe die Zeit schließlich damit verbracht unsere Reiseroute auf dem Bildschrim anzustarren und die Haupstädte der überflogenen Länder auswendig zu lernen.

Reiseroute
Kurz vor der Landung

Nach ca. 12 Stunden Flugzeit erblickten meine müden Augen (Zeitumrechnung ist eine diffizile Angelegenheit aber ich war ziemlich lange wach zu diesem Zeitpunkt) die Skyline von Singapur.

Landeanflug in Singapur
Landeanflug in Singapur

Mein Körper begann so langsam zu realisieren auf was er sich da eingelassen hatte. Mein Kopf hingegen nicht. Um ehrlich zu sein gab es einfach noch zu viele offene Fragen. Würden wir es schaffen in der kurzen Zeit eine Morgensendung für kommenden Montag auf die Beine zu stellen? Sind die Gesetze im Tigerstaat wirklich so streng und würde ich es schaffen meinen Kaugummi noch rechtzeitig vor einer drohenden Festnahme durch Singapurs Ordnungskräfte loszuwerden? Zu guter Letzt noch: Wie scharf ist eigentlich „spicy“?

Aber dazu mehr in der nächsten Woche…