Bei meiner heutigen U-Bahn-Fahrt ist mir mal wieder aufgefallen, welche kuriosen Situationen insbesondere durch die auf der U5 fahrenden neuen U-Bahnen geschaffen werden. Wenn man in der Bahn sitzt, sind alle vorbeilaufenden Hintern (ich hoffe das Wort ist ethisch einwandfrei) zwangsläufig auf Augenhöhe. Sitzt man sich auf den Knien abstützend nach vorn gebeugt (wie es zumindest bei mir beim Zeitungslesen der Fall ist), sind alle vorbeilaufenden Hintern meist nicht weiter als 20 Zentimeter von der Nasenspitze entfernt. Im Normalfall fällt einem das gar nicht so auf, aber ist gibt Fälle da sticht es einem besonders ins Auge. Warum das so ist und ob Frauen das Problem ebenfalls haben, kann sicher nur die Natur beantworten. Für mich der in einer festen und glücklichen Beziehung lebt, war heute wieder so ein (Auf)Fall(tag).

Das ganze Begann U-Bahn-Station Kaulsdorf Nord. Nachdem der Hintern in Begleitung einer jungen Dame in Augenhöhe an mir vorbeigeschwebt war, lehnt ich mich um Distanz zu wahren in meinen Sitz zurück. Das ich in dieser Position dem Hintern die nächsten 10 Minuten noch viel näher sein würde, hatte ich nicht vermutet. Denn Sie verschwand hinter der Glasscheibe an der ich saß und lehnt sich dort an. Da ich auf der anderen Seite saß, trennte mich nun nur noch 5 Zentimeter und eine Glasscheibe von ihrem Hintereil. – Warum ist das so? Warum läßt die BVG solche U-Bahnen bauen? Da helfen doch nicht einmal die aufgehängten Bildschirme. U-Bahnhof-Tierpark war der Spuk aber dann vorbei, ich konnte wieder entspannt Zeitung lesen, weil die junge Dame ihren Sitzplatz zwei Plätze weiter neben mir fand.

Natürlich hatte alles seine zwei Seiten, so auch diese Trennscheiben, die eigentlich ihren Namen gar nicht verdienen, weil sie viel mehr Nähe schaffen. Neben der „Hintern-Problemtaik“ gibt es nämlich auch die „lustige-Gesichter-Show“. Erzeugt wird das durch schlafende Fahrgäste, auf der anderen Seite der Scheibe. Ich bin auch eines dieser angelehnten verzerrten Scheibengesichter, meine Show ist Montag bis Freitag zwischen 17:30 und 18:00 Uhr auf der U5 bei meiner Rückfahrt.

Eine lustige Kombination ist übrigens, die beidseitige Nutzung der Scheibe, mit ein wenig Fantasie erkennt man da schonmal siamesische Zwillinge, die an Kopf und Hintern zusammengewachsen sind. – Glasscheibe machts möglich, danke dafür liebe BVG!