Ostern war bereits an den vorangegangenen Tagen abgearbeitet und auf der Driving Range habe ich den Ostermontag frei bekommen, um auch dieses Spiel bei Berlin Thunder an der Seitenlinie verbringen zu können.

Als ich am Olympiastadion ankam, wartete Thorsten schon wie am ersten Tag mit meinem Credential auf mich. Er drückte es mir in die Hand und bat mich, zur Pressekonferenz nach dem Spiel zu gehen. Bis auf die Umkleidekabinen und den VIP-Bereich, durfte ich mich wieder frei bewegen. Ich auch ging gleich runter ans Feld, um wieder die Ruhe vor dem Spiel zu genießen.

Es fing fürchterlich an zu schütten und unten am Feld gibt es nicht wirklich Unterstellmöglichkeiten und die Kamera konnte ich bei diesem Wetter unmöglich zum Einsatz bringen, da sie für solche Wetterbedingungen nicht ausgelegt ist. Gott sei dank beruhigte es sich bis zum Spielbeginn und so konnte ich ich das Spiel trockenen Hauptes, aber feuchten Fußes verfolgen. Eigentlich habe ich noch nie wirklich ein Spiel an der Seitenlinie verfolgt ohne daß mir das Wasser bis 10 Zentimeter über die Knöchel an der Hose hochgeklettert ist. Der Rasen saugt einfach eine Menge Wasser und gibt es auch gern wieder ab. Man sollte an der Seitenlinie generell Gummistiefel verteilen.

Das Spiel verlief aus Berliner Sicht sehr erfolgreich. Berlin führte auch nach dem Schlußpfiff noch und so machte ich mich zu Joe (dem Genereal Manger von Berlin Thunder) und Alex (seinem Assistenten) auf den Weg und gratulierte ihnen zum ersten Heimsieg.

Berlin Thunder 17.4.06

Bevor es nun aber nach Hause ging, mußte ich ersteinmal die Pressekonferenz finden. Die sollte irgendwo in den Katakomben des Olympiastadions abgehalten werden. Ich fragte diverse BEST-Sicherheitsleute, aber trotz einigen Wegbeschreibungen brauchte ich eine Weile um die richtige Tür zu finden. Dort saßen dann auch schon zwischen 15 und 20 Journalisten und wälzten die Spielstatistiken. Dann betrat auch der PR-Director mit dem Headcoach der Cologne Centurions den Raum gefolgt vom General Manager und einigen anderen älteren Herren im Anzug den Raum. Während die älteren Herren in der Reihe hinter mir Platz nahmen, setzte sich Joe neben mich.

Pressekonferenz Berlin Thunder

Die Pressekonferenz lief wie folgt ab, der Headcoach gab sein Statement in Englisch ab, der PR-Director übersetzte es danach ins Deutsche, dann stellten Journalisten eine Frage und der Headcoach antwortete und der PR-Director übersetze die Frage ins Deutsche gefolgt von der Antwort des Headcoaches. Dann folgte der Berliner Headcoach den ich mir auch noch anhörte. Hat sich auch gelohnt, denn Rick Lantz ist ein richtiger Spaßvogel. So lobte er den deutschen PR-Director für sein gutes Deutsch, als der wieder mal eine der Antworten für die Journalisten ins Deutsche übersetzte. Um 22 Uhr verließ ich die Pressekonferenz dann aber, weil ich ja noch eine Stunde Heimweg vor mir hatte und Dienstag frisch und erholt in der Firma auflaufen mußte.

Für die Trainer und Spieler war der Tag noch lange nicht vorbei. Gegen 23 Uhr würden sie ins Hotel fahren und sich dann noch ab 23:30 Uhr die Videos des Spieles auswerten um dann das gelernte morgen früh nach dem Aufstehen um 6 Uhr im Training umzusetzen.

Ich war 23:15 Uhr endlich zu Hause ohne länger auf ein Öffentliches Verkehrsmittel gewartet haben zu müssen, was ich sehr erstaunlich fand. Ich weiß noch nicht genau, ob ich am 7. Mai auch wieder zum Heimspiel gehe, aber eigentlich würde ich schon gern, da wird nämlich das Olympiastadion mit dem zertrampelten Rasen an die FIFA übergeben 😉