Seit unserem Umzug haben wir ja einen Mitbewohner. Im Bad war schon weit vor uns eine Spinne eingezogen, die wir auch nicht zum Auszug gezwungen haben. So lebte sie seit ungefähr einen halben Jahr mit uns zusammen, bis …

… Julia entdeckte, dass sie eine kleine Kugel am Kopfende mit sich trug. Für Julia stand sofort fest, dass es sich bei der Kugel am Kopf der Spinne um zukünftigen Nachwuchs handeln musste und den wollte sie nicht dulden.

Ich recherchierte im Internet also nach der Fortpflanzung von Weberknechten (so sah die Spinne für mich aus), um Julias Vermutung zu bestätigen. Dabei fand ich heraus, dass es sich um eine Große Zitterspinne handelt und das am Kopf wirklich ein Eipaket ist.

3 Jahre können diese Spinnen alt werden und sie sind unheimlich nützlich, da sie Winkelspinnnen, Asseln und Silberfische fressen, aber all das nützte nichts in den Augen von Julia, den Aufenthalt unseres Mitbewohners zu verlängern.

Also nahm ich einen Becher, buxierte die Spinne hinein und ließ sie samt Eier auf dem Balkon frei. Da die Balkontür offen stand, nutzte eine Wespe (wo kam die denn her?) die Chance und flog ins Wohnzimmer. Nachdem ich sie mit dem Becher in dem eben noch die Spinne mit ihrem Nachwuchs war eingefangen hatte, dachte ich mir so: „Was ’n toller Tausch!“.

Ich gebe es zu: Aufgrund meiner schlechten Erfahrung mit EINER Wespe habe ich sie (ein wenig aus Rache) einen Kopf kürzer gemacht. Ich weiß, das ist hart … aber gerecht.