Der verrückte Briefkasten (Logo)

Sehr geehrte Damen und Herren,

als ich vor Kurzem ihren Werbespot für die PRINGLES mit der Message „Einmal gepoppt – nie mehr gestoppt!“ sah, überkam mich große Sorge und Angst.

Ich selber bin Vater zweier Teenager und leite in unserem Ort die Bürgerinitiative „Nie mehr verSUCHT!“. Wir versuchen unsere Jugend von jeglichen, in die Abhängigkeit treibenden Suchtmitteln und dem daraus resultierendem Dasein als Suchtopfer fernzuhalten, indem wir mit ihnen über die Problematiken sprechen und Vorträge halten.

Wir haben Alkohol, Nikotin und anderen Rauschmitteln den Kampf angesagt und bisher auch viel Zustimmung mit unserer Aktion erhalten. Als ich nun Ihren Spot sah, war mir meine Aufgabe klar – es ist meine Pflicht über die „Kartoffeldroge“ aufzuklären und wende mich deshalb direkt an Sie. Ich hoffe, daß sie mir bei meiner Mission behilflich sind, denn schließlich ist es nicht alltäglich, daß ein Produkt mit einem so eindeutigen Ziel, die Menschheit abhängig zu machen, auf dem Markt Akzeptanz findet.

Desweiteren haben Sie die Verantwortung für die Folgen, die durch Ihr Produkt hervorgerufen werden. Um in die Ausführende Phase meiner Aufklärungskampagne gehen zu können, habe ich noch ein paar Fragen an Sie: Wie lang ist die Inkubationszeit für die Abhängigkeit? Gibt es schon ihnen bekannte Fälle über Beschaffungskriminalität? Welche Ingredienz sorgt direkt für die Sucht? Verschaffen Sie sich auf diese Weise nicht illegale Wettbewerbsvorteile? Werden Pringles nun gepoppt oder oral eingenommen? Wie wirkt sich die Sucht aus? Woran erkenne ich den typischen Pringles-Dealer (ist es vielleicht der Bärtige, der die Verpackungen ziert) und wie läuft ein solcher Deal ab? Planen Sie bereits spezielle Auffanglager für Pringles-Süchtige?

Sie sehen, eine Hülle von knackigen Fragen, die beantwortet werden wollen. In Vorfreude auf Ihre Antwort und Stellungnahme und mit einem Dank im Voraus für Ihre Bemühungen, verbleibe ich

freundlichen Grüßen

René Görlitz