Hier ist der letzte Teil des Interviews mit den Eltern des 1984 in Dresden entführten Felix Tschök. In Teil 1 und Teil 2 des Interviews haben uns Lenore und Eberhard Tschök bereits viele Fragen beantworten und auch im letzten Teil gibt es einige interessante Informationen.

Was haben Sie bereits auf eigene Faust unternommen um Anhaltspunkte zum Verbleib von Felix zu bekommen? Waren Sie z.B. nach der Tat in Russland, um selber nach Felix zu suchen, bzw. Anhaltspunkte auf den Verbleib Ihres Sohnes zu finden?

Seit mehreren Jahren steht unser Fall auf der Homepage der Elterninitiative vermisste Kinder (www.vermisste-Kinder.de). Auf diesem Weg gab es leider noch keine Hinweise.

Im März 2003 waren wir zu Gast in der russischen Fernsehsendung „Warte auf mich“ (russisch: schdi menja). Die Sendung wird landesweit ausgestrahlt und erreicht bei jeder Sendung mehr als 20 Millionen Zuschauer. Leider gab es keine Hinweise.

Wir versuchen russische Offiziere ausfindig zu machen, die in der fraglichen Zeit in Dresden stationiert waren. Es gibt leider bis heute keine Quellen, aus denen wir die Informationen ziehen könnten.

Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit haben auch intensiv in der Sache ermittelt. Wir kennen leider deren Namen auch nicht. Unser Aufruf im MDR-Fernsehen am 06. Januar 2006 brachte leider auch keinen Erfolg.

Wir haben einen Kontakt zum damaligen Leiter der Soko „Felix“ aufgebaut.

Wir haben Kontakt zu den Eltern des Findelkindes.

Vergangenes Jahr haben wir uns an die damalige Kanzlergattin gewandt und sie gebeten, bei nächster Gelegenheit mit der Ehefrau von Herrn Putin das Thema zu besprechen. Wir hofften über diesen Weg an Herrn Putin heran zu kommen. Frau Schröder-Köpf sah aber keine Möglichkeit uns hierzu helfen. Sie hat nicht einmal persönlich geantwortet. Wir erhielten Post von einem vortragenden Legationsrat mit Bedauern und noch ein paar leeren Worten.

Unsere Anfrage beim DRK-Suchdienst blieb leider auch erfolglos.

Was würde passieren, wenn Sie eines Tages Felix finden sollten, wie stellen Sie sich die erste Begegnung vor?

Unser Sohn Felix ist die Person, die von allem gar nichts weiß. Wir wissen, dass es deshalb für ihn auch am aller schwersten sein wird, mit dieser neuen Situation umzugehen. Wir werden ihm sehr viel Zeit lassen, bis es zur ersten Begegnung kommt. Wir werden uns ganz in Ruhe begegnen – alle Vorstellungen darüber sind schwer zu fassen – auf alle Fälle wird es ein sehr inniger Moment werden.

Haben Sie noch etwas, was Sie den blog.juber.de Lesern mitteilen möchten?

Wir haben von vielen Menschen, Bekannten wie uns Unbekannten, Mut zugesprochen bekommen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken und wir werden so lange weitermachen, bis wir Felix gefunden haben. Was bisher war und was es Neues gibt, haben wir auf unserer Homepage www.wo-ist-felix.de zusammengetragen und werden weiterhin aktuell darüber berichten.

Wir suchen Kontakt zu Leuten, die einen starken und stabilen Kontakt nach Russland haben. Die Lösung liegt dort und wir brauchen Helfer, die sich vor Ort unauffällig bewegen und Fragen klären können.

Wer von den Lesern hat neue Ideen, mit denen wir wieder ein Stück weiter kommen?

Wir bedanken uns bei Ihnen für das Interview und hoffen, dass die Ermittlung im Fall Felix Tschök voran kommen. Außerdem möchten wir Ihren Aufruf an unsere Leser weitergeben.