Es ist ein Beispiel für die Mentalität mancher Leute und ein Aufregerthema heute morgen im Berufsverkehr.

Zu aller erst fährt ungewöhnlicher Weise nur ein Kurzzug ein, d.h. statt sechs Wagen stehen nur vier zur Verfügung (Linie U5). Dies hatte zur Folge, dass an fast jeder Station einige Leute draußen bleiben mussten. Gerade an den großen Stationen Tierpark, Lichtenberg, Frankfurter Allee und Frankfurter Tor blieben sehr viele Leute auf dem Bahnsteig stehen und mussten auf den nächsten Zug warten.

Das alleine ist eigentlich nicht ungewöhnlich. Berliner werden jetzt sagen „was ist daran so besonders, das ist doch immer so!“.

Aber eigentlich geht es mehr um diesen Fall: Ein offensichtlich geistig behinderter Mann war auch in der vollen U-Bahn und hat immer wieder erzählt, wie anstrengend es für ihn ist, die ganze Fahrt zu stehen und dass die Bahn ja so schrecklich voll ist. Tja und was soll man sagen: Anstatt ein höflicher Mensch aufsteht und ihm einen Sitzplatz anbietet, hat man in vielen Gesichtern nur Grinsen gesehen. Ein trauriges Beispiel für die „Hauptsache ich hab nen Sitzplatz“-Mentalität der Deutschen. Nachdem ich ausgestiegen war, hat man auch auf dem Bahnsteig von anderen Fahrgästen vernommen, dass sie „der Fall“ beschäftigt hat. Selbst junge Schüler waren erzürnt darüber, dass Niemand aufgestanden ist.

Eine reale Begebenheit, die zum Nachdenken anregen sollte. Ich sag immer, man muss sich einfach vorstellen, man selber ist in der Situation. Vielleicht würde das einigen Menschen helfen…

Damit euch einen schönen Arbeitstag.