Es klingt verrückt, ist aber wirklich passiert. Ich stieg neulich in den Bus, zeigte wie gewohnt meine Fahrkarte (in Berlin muss man beim Fahrer einsteigen und sein Ticket vorzeigen) und da hielt mich der Fahrer doch an und fragte mich, wie viele Stationen ich fahren werde. Ich war vollkommen irritiert und wusste im ersten Moment gar nicht, was ich sagen sollte. Aber ich weiß ja nun warum.

Der Fahrer war neu auf der Strecke und wurde nach seinen Worten quasi ins „kalte Wasser geworfen“. Und so suchte er Jemanden, der ihm notfalls helfen kann, den richtigen Weg zu finden. Der Fahrer war echt nett und so kamen wir ins Gespräch. Vor einigen Kreuzungen drehte er sich zu mir und wollte quasi eine Bestätigung haben, dass er die Route noch richtig im Kopf hatte. Er orientierte sich an Anhaltspunkten, wie zum Beispiel Einkaufsmärkten. Er erzählte mir davon, dass sich einige Kollegen, die ebenfalls neu auf der Route waren, an bestmmten Kreuzungen doch glatt für die falsche Richtung entschieden.

Doch irgendwann hielt der Bus auch an meinem Ziel an und so verabschiedete ich mich freundlich von dem jungen Mann. Ich denke, er war froh, dass ich ihn ein wenig unterstützt habe. Er kannte die Route aber auch ohne mich sehr gut.

So eine Geschichte zeigt doch, wie menschlich ein Busfahrer doch ist. Denn er muss ja neben der Streckenkenntnis auch noch den Faktor Zeit beachten. Sonst meckern die Fahrgäste wieder. ;o)

Ein Lächeln konnte ich dem Fahrer am Ende auch noch ins Gesicht zaubern, als ich beim Abschied nur ganz locker meinte, dass wir uns ja jetzt wohl öfters sehen…

In diesem Sinne: Denkt immer daran, dass ein Busfahrer auch nur ein Mensch ist. Und ohne sie, würde ich nicht auf Arbeit kommen. Allzeit gute Fahrt!