Man nutzt in täglich, fährt mal hoch und mal runter. Und nur in ganz seltenen Fällen verweigert er den Dienst: Ein Fahrstuhl. Ohne ihn würde ich wohl kaum in der 8. Etage wohnen. Daher sollte es mal Zeit sein, Danke zu sagen – ach was, er hört mich ja sowieso nicht 😉 Aber ein Fahrstuhl ist eine Sache im Leben, die irgendwie selbstverständlich ist.

Ist es euch schon einmal passiert, dass ihr im Korb (so nennt man die Kabine im Fahrstuhl) steht und während der Fahrt flackert das Licht oder der Aufzug macht merkwürdige Geräusche? Oder ist es sogar schon vorgekommen, dass der Aufzug stecken bleibt – und ihr seid mittendrin?

Viele haben Angst vor der Benutzung eines Fahrstuhls. Es ist eng, kaum Bewegungsfreiheit (vor allem, wenn man nicht alleine ist) und kein Platz zum Flüchten. Da hilft es schon, wenn ein Spiegel im Aufzug angebracht ist. Das vergrößert zumindest optisch den Aufzug – was auf viele Menschen positiv wirkt.

Doch was passiert, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt, in den Aufzug steigen möchte und merkt, dass der Aufzug nur zur Hälfte auf der Etage steht und unter dem Aufzug eine große Lücke klafft? Genau so ist es mir neulich passiert. Der Aufzug stand nur halb im Erdgeschoss. Das Fatale: Die Außentür war nicht verschlossen und so konnte man die Tür öffnen und wenn man nicht aufgepasst hätte, wäre die Gefahr groß gewesen, in den Aufzugsschacht zu stürzen! Kein Mensch war weit und breit zu sehen. Was wäre, wenn ein Kind das entdeckt hätte? Solche Einblicke in das Innenleben eines Fahrstuhls bekommt man nur selten.

Aufzug defekt
Defekter Aufzug – Auch die Außentür war zu öffnen

Doch was war passiert? Der Aufzug ist stecken geblieben. Leider war ein Passagier an Bord, der etwas ungeduldig war. Anstatt auf die Rettung zu warten, die im Normalfall nur wenige Minuten bräuchte, um vor Ort zu sein, entriegelte die Person die Tür von innen und befreite sich von selbst.* Nur vergaß die Person, die Entriegelung wieder zu verriegeln. So blieb die Tür offen und das vermeintliche „Opfer“ entfernte sich.

Ich konnte nicht mehr tun, als den Hausmeister zu alarmieren. Er kam dann auch und verriegelte die Tür wieder. Doch der Aufzug bewegte sich nicht mehr. Das ist auch gut so – denn das ist eine Sicherheitsauflage. Wird bei laufendem Betrieb des Aufzugs aus irgendeinem Grund eine Außentür entriegelt (also geöffnet), dann bleibt der Aufzug stehen und muss durch einen Techniker wieder reaktiviert werden. Selbst der uralte Trick, dem Aufzug kurzzeitig den Strom zu klauen, half nichts. So weiß ich eben, dass die Technik funktioniert 😉

In diesem Sinne – allzeit gute Fahrt … im Aufzug eurer Wahl.

* Genauso ist es, wenn man in der U-Bahn im Tunnel stecken bleibt und die Leute eigenmächtig aussteigen – ohne sich der Lebensgefahr bewusst zu sein. Egal ob im Aufzug oder im Schienennetz mit ebener Stromführung – eine falsche Bewegung und es ist passiert…