
12 Jul 2010
In den Sommermonaten verbringen wir viel Zeit an der Spree. Im Gegensatz zu unserem sonst hochtechnisierten, straff organisierten und klar strukturierten Alltag, geht es da eine ganze Ecke minimalistischer und ruhiger zu. Für mich sind die Tage dort immer wie ein kräftiger Tritt auf die Bremse, wenn nicht sogar die Handbremse bei voller Fahrt.
Auch wenn ich eigentlich die hohe Geschwindigkeit in unserem Leben genieße, freue ich mich sehr, wenn es an einem Freitag nach Feierabend mal wieder heißt “Tapetenwechsel – raus an die Spree”.
Die drei folgenden Tage sind dann wie Urlaub und da es mir schwer fällt irgendwo still in der Sonne rumzuliegen, suche ich auch an so ruhigen Orten nach Abwechslung.
Meist setzt ich mich intensiv mit der Natur auseinander oder lese Comics, aber dieses Mal dachte ich mir müsste man mal etwas mit dem Wasser anfangen.
Obwohl wir schon seit einigen Jahren regelmäßig dieser Form des Kurzurlaubs nachgehen, war ich noch nicht einmal IN der Spree. Und so entschied ich mich allen Vorurteilen gegenüber der Sauberkeit der Spree zum Trotz, mich zu einer abendlichen Schwimmrunde ins erfrischende Nass zu begeben.

Je später der Abend, desto ruhiger die Spree
Sehr erstaunt war ich, wie flach die Spree in Ufernähe ist. Im Steg-Bereich ging mir das Wasser bis zur Hüfte und in der selbst in der Flussmitte ist es nicht tiefer als 3 Meter (wenn meine Erinnerungen vom Blick auf das Echolot dieses Bootes nicht täuschen).
Anders als vermutet, war ich beim Verlassen des Wassers nicht von einem Dreckfilm überzogen ich kann also mit Fug und Recht behaupten “Baden in der Spree ist möglich”.
Dafür hatte ich einige tiefe, feine Schnittwunden an den Fußsohlen, die mit größter Wahrscheinlichkeit von Muscheln aus der Spree herrühren.
Am nächsten Tag wollte ich ein weiteres Mal in die Spree und Leo dazu mitnehmen. Dieses Vorhaben änderte sich aber dahingehend, dass Leo letzlich ohne nass zu werden mit in die Spree kam – in einem Kajak.
Damit Leos einzige Sicherheit nicht die Schwimmweste ist, bin ich neben ihm her geschwommen, aber Lenkeingriffe waren nur gelegentlich nötig und für die erste Fahrt in einem Kajak auf der Spree, hat er sich mit seinen 6 Jahren nicht schlecht angestellt.
Mit seiner letzten Bootsfahrt kann die kurze Eingewöhnung aber nichts zu tun haben, denn die war nicht muskelgesteuert.

Im Kajak auf der Spree unterwegs
Für mich selbst war es auch die erste Fahrt in einem Kajak, aber mit Sicherheit nicht die letzte. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht und schon nach kurzer Zeit hatte ich mich eingefahren. Wenn ich richtig recherchiert habe, müsste es sich bei dem Kajak um ein Wildwasser-Tourenboot handeln.
Ich bin schon in voller Vorfreude auf die kommenden Entdeckungstouren mit dem Kajak entlang der Spree.

Leo reinigt das Kajak nach der Fahrt
Wann auch immer Ihr die Möglichkeit haben solltet Euch mit dem Kajak auf ein ruhiges Gewässer begeben zu können – tut es! Es ist leichter als man vermuten würde und es gibt genügend Kajak-Modelle, die nicht so kippanfällig sind.
Das Einzige, was wirklich sehr sehr schade ist, ist, dass man mit einem Kajak nicht durch das Regierungsviertel fahren kann. Diesen Anblick kann man leider nur mit einem größeren Sportboot oder einem Ausflugsdampfer genießen.
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Spaß in der Spree (mit dem Kajak)
Es gibt 2 Kommentare
2 Trackbacks / Pingbacks (Verweise auf diesen Beitrag)
In der Rummelsburger Bucht (S Rummelsburg bei TEAMVENTURE) kann man sich Kajaks ausleihen. Wir haben das schonmal gemacht und es macht wirklich Spaß.
Man darf bis zur Oberbaumbrücke, dann muss man umkehren, aber Richtung Köpenick ist einem keine Grenze gesetzt – jedenfalls keine, die wir meistern wollten
Also wer kein eigenes Kajak hat, kann durchaus mit einem geliehenen den Tag verbringen – und ich kann die Anlegestelle am Treptower Park empfehlen, wo man frisch gestärkt mit einer Berliner Weiße wieder weiterfahren kann.
Ja, leider ist an der Oberbaumbrücke Schluß für alle muskelbetriebenen Boote und Motorenbetriebene unter 5 PS (wenn ich mich recht entsinne).
Aber dennoch bleibt auf der Spree ja genug Raum den man mit einem Boot erkunden kann.
@Maite: Mit welchen Kosten muss man für das Leihen eines Kajaks rechnen?
Seenot-Training mit Leo in der Spree - blog.juber.de Am 17. Juli 2010 um 08:42 Uhr
[...] sich vor Kurzem herausstellte, hat Leo das Kajakfahren eine Menge Spaß gemacht und das obwohl er sich im Medium Wasser eigentlich nicht so wohl fühlt [...]
Kleine Jungferntour mit dem Kajak - blog.juber.de Am 23. Juli 2010 um 08:30 Uhr
[...] jedem Tag an der Spree ist meine Lust auf Kajakfahren gestiegen und ich hatte mittlerweile auch mindestens 3 Mal die Chance auf ein paar kleine [...]
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