
18 Jul 2006
Ich habe ja schon lange nichts mehr auf der U-Bahn-Fahrt erlebt, seit der U-Bahn-Performer scheinbar seinen Dienst quittiert hat und auch einige andere Highlights rar geworden sind, sorgen nur noch die Kontrolleure für ein eher mäßig Unterhaltungsprogramm. Aber heute war es wieder soweit, diesmal sogar in der U5.
Zwei sofort als Handwerker identifizierbare Männer setzten sich in der U5 neben mich. Eigentlich hatte ich vom Geruch her das Gefühl die kämen gerade von der Arbeit, zumindest deutete der Alkoholpegel darauf hin. Einer von den Beiden wühlte nervös in seiner “Zaubertasche” wie er sie nannte und suchte nach Tabletten, war dann auch beruhigt, als er eine Packung in der Hand hielt. Solange er den Mund hielt, war das Klima in der U-Bahn auch ganz angenehm, aber mit jedem Satz den er von sich gab, schwappte eine neue Alkoholfahne zu mir herüber.
Als ich nach dieser Fahrt dann auf dem U2-Bahnsteig stand, sah ich schon von Weitem was mich als nächstes erwarten würde. Drei scheinbare Italiener saßen auf der Bank und warteten auf die U-Bahn. Bei dem mittleren war ich mir gar nicht sicher ob der noch lebte, als sie ihn in die U-Bahn schliffen erinnerte mich das irgendwie an einen Film, wo zwei junge Männer auch mit einem Toten durch die Stadt ziehen (ich glaube der Film heißt: “Immer Ärge rmit Harry”?).
Während der Fahrt saß ich ihnen gegenüber und konnte zuschauen, wie der eine dem rein körperlich Anwesenden den Nacken graulte. Um dessen Hals hing eine rosafarbene Trillerpfeife und die Stempel auf den Händen ließen mich auf eine lange Nacht schliessen. Außerdem wurde ich sofort daran erinnert, dass ja in 4 Tagen wieder ein Großereignis in Berlin ansteht – der Christopher Street Day (CSD).
Unterhaltungsprogramm in der U-Bahn
Es gibt ein Trackback / Pingback (Verweise auf diesen Beitrag)
S-Bahn-Strip - blog.juber.de Am 22. Juli 2006 um 10:41 Uhr
[...] Ich bin echt überrascht, was man in der S-Bahn an Unterhaltungsprogramm geboten bekommt. In der U-Bahn läßt das Unterhaltungsprogramm nach und nach dem ich ja weil ich meine BVG-Jahreskarte vergessen habe auch noch 40 Euro zusätzlich bezahlen mußte, ist mir ja bewußt geworden, dass die BVG eher Gewinn-orientiert, statt Kunden-orientiert arbeit. Ich muß der S-Bahn wirklich ein großes Lob für die gestrige Einlage machen. Ich habe mich echt köstlich müsiert und war damit auch nicht der einzige Fahrgast. [...]
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