Schon seit längerem bin ich auf der Suche nach einer preisgünstigen Möglichkeit „mobiles Internet“ erleben zu können. Eigentlich habe ich dabei nur zwei Anforderungen: monatliche Kosten unter 10 Euro und ein Gerät in handlicher Größe.

PocketSurfer2
PocketSurfer2

Folgende Anwendungszwecke sehe ich für das „mobile Internet“:

  • E-Mails lesen und schreiben
  • Informationen im Internet einholen
  • Nutzung mobiler Dienste wie Twitter

Geräte in handlicher Größe gibt es in Unmengen auf dem Markt. Dabei muss man nur aufpassen, dass der Bildschirm nicht zu klein Gerät, denn dann ist das Surfen im Internet schnell mehr Qual als Vergnügen. Der Preis solcher Geräte liegt zum Großteil auch im vertretbaren Bereich, aber die monatlichen Kosten von weit über 30 Euro sind mir bisher einfach zu hoch.

PocketSurfer2
Handliche Größe

Beim abendlichen Zappen blieb ich vor Längerem bei einem Shopping-Sender hängen, der ein Gerät vorstellte, mit dem man nach einmaliger Zahlung ohne weitere Kosten im Internet surfen kann. Es handelte sich um den PocketSurfer von Datawind und Hagenuk. Nach kurzer Recherche stand ich dann vor folgenden Fakten:

  • Gerätepreis: 250 EUR
  • Internetnutzung 1 Jahr inbegriffen
  • Internetnutzung 30h im Monat
  • Surfen via GPRS
  • Darstellung von Webseiten
  • kein Flash, kein Video, kein Audio
  • eigene Technologie für schnellere Ladezeiten von Webseiten
  • weiteres Jahr mit gleichen Nutzungsbedingungen ca. 40 Euro
  • integriertes GPS-Modul mit Anbindung an Google-Maps

Auf den Monat gerechnet ergäbe das einen Preis von ca. 20 Euro – wobei das Gerät kostenlos ist. Eine weitere Recherche ergab, dass das Gerät schon ab 120 Euro im Internet zu haben ist. Das senkt die theoretischen monatl. Kosten auf 10 Euro im Monat (Gerät kostenlos) und im zweiten Jahr auf monatlich unter 5 Euro.

PocketSurfer2 Frontansicht mit Beleuchtung
Stylish aber unnütz – Die Beleuchtung des Cover

Für mich waren diese Fakten interessant genug, mich auf den PocketSurfer einzulassen. Zum einen kann ich damit schon mein mobiles Internet-Verhalten genauer unter die Lupe nehmen, um dann eine bessere Entscheidung treffen zu können, ob eine kostenintensivere Lösung möglicherweiese doch die bessere ist. Dass die Internetzugang dabei über das Netz von E-Plus abgewickelt wird, hat mich als Berliner jetzt erste einmal nicht abgeschreckt.

Nun habe ich den PocketSurfer2 seit knapp einem Monat und bin zu folgendem Resumee gekommen.

Tastatur PocketSurfer Datawind
„Tastenlose“ Tastatur

Was ist nicht so gut am PocketSurfer2?

Der Support spricht sehr schlechtes Deutsch. Ich habe auch das Gefühl es gibt bei Datawind nur zwei Mitarbeiter. Man konnte mir keine meiner Fragen beantworten und ich weiss immer noch nicht, ob ein Nutzungsmonat bei Datawind einem Kalendermonat entspricht oder auch vom 28. bis zum 28. des Folgemonats gehen kann. Auch die Kenntnis über das Gerät hält sich beim Support in Grenzen und ich musste allein herausfinden, warum keine Registrierung und Nutzung des PocketSurfers möglich war.

Die Verabreitung des Gerätes ist auch nicht die beste. Es knirscht beim Aufklappen und bei der Nutzung der Tastatur. Mein Gerät ist zudem irgendwie nicht in sich leicht verschoben und ich habe Angst, dass ich es durch zu hartes Anpacken beschädigen könnte.

Die Tastatur ist grausam. Die Tastatur ist eine ebene Fläche. Manche Tasten sind so klein und ungünstig angebracht, dass man schonmal versehentlich zwei oder dei gleichzeitig drückt.

Das integrierte GPS-Modul, dass einem den aktuellen Standpunkt anzeigt hat bei mir erst einmal funktioniert. Ich vermute, dass es ein paar Minuten benötigt bis es den Standpunkt ermittelt hat und, dass man sich dabei nicht bewegen sollte.

Die zusätzlich von Datawind angebotenen Dienste wie z.B. Lesezeichen-Verwaltung funktioniert bei mir nicht. E-Mail hingegen ist unproblematisch.

Wichtig zu wissen: Ohne Internet ist der PocketSurfer nicht zu gebrauchen. Er bringt keinerlei Funktionen mit, die Offline zu nutzen sind. Aus diesem Grund sollte man die Gerätekosten ganz klar als Nutzungkosten sehen, denn sobald das Nutzungsjahr abgelaufen ist, kann man das Gerät nicht mehr gebrauchen (es sei denn man verlängert um ein weiteres Jahr).

Bildschirm PocketSurfer von Hagenuk/Datawind
Bildschirm des PocketSurfer2

Was ist gut am PocketSurfer2?

Die Größe vom PocketSurfer2 ist absolut in Ordnung. Ich schätze es entspricht ungefähr der Größe des Nokia Communicators. Kleiner dürfte der PocketSurfer nicht sein, dann würde die Bildschirmgröße darunter leiden.

Bei der Internetntzung gab es kein Problem, auch wenn man beim Netz von E-Plus schnell an Funklöcher denken könnte. Ich habe da bsiher noch keine Probleme gehabt und selbst in der Berliner U-Bahn kann ich den PocketSurfer durchgehend nutzen.

Die Ladezeit von Webseiten ist für GPRS akzeptabel. Erreicht wird das wohl durch eine eigene Technologie von Datawind, was dazu führt, dass es aber beim Scrollen leichte Verzögerungen bei der Anzeige gibt und die Grafiken nicht der Qualität des Originals entsprechen.

Das Beste am PocketSurfer ist jedoch, dass er tut was er tun soll. Zwar überwiegt die Mängelliste, aber ich denke, dass für diesen günstigen Preis auch nicht zuviel erwartet werden sollte.

Bildschirm PocketSurfer Datawind
Bildschirmanzeige: Ladebalken, Netzabdeckung, Anzahl der Satelliten

Fazit

Der Großteil der aktuellen Geräte auf dem Markt, die mobiles Internet ermöglichen ist bestimmt ausgereifter, aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist der PocketSurfer sicher schwer zu schlagen. Deshalb kann ich das Gerät all denen empfehlen, die nach einer kostengünstigen Lösung suchen, durch die sie in der Lage sind Informationen aus dem Internet abzurufen.

30 Minuten im Monat sind in meinen Augen auch völlig ausreichend. Man kann jedoch auch auf eine Flatrate upgraden, sollte dann aber überlegen, ob ein Gerät mit größerem Bildschirm und besserer Tastatur dann nicht geeigneter ist.

Eines sollte man aber nicht vergessen: Mobiles Internet kann das Internet-Erlebnis an einem Computer mit großem Bildschirm, Tastatur und Maus nicht ersetzen.


cover
Alu-Leder-Etui
cover
PocketSurfer2
cover
Klassisches Etui