Heute habe ich etwas Tolles für Euch vorbereitet und ich würde mich freuen, wen Ihr mitmacht! – Mit den hier aufgeführten Übungen solltet Ihr in kürzester Zeit das Taktgefühl trainiert haben, um Percussion-Performances für den Hausgebrauch hinzubekommen und für das Gehirn ist diese Rhythmus-Übung bestimmt auch förderlich.

Nachdem ich Euch ja bereits das „Luftschlagzeug“ (Air Drum) und die „Kistentrommel“ (Cajon) vorgestellt habe, möchte ich mit diesem Beitrag diejenigen unter Euch ermutigen, die der Meinung sind, dass diese beiden Instrumente überhaupt nicht für sie geeignet sind, oder umgekehrt.

Taktgefühl ist eine nützliche Sache und das nicht nur im Umgang mit anderen Menschen, sondern auch in musikalischer Hinsicht. Takt- und Rhythmusgefühl lassent sich gut trainieren, ohne dass man stundenlang auf einen Sekundenzeiger blicken muss.

Schlagzeugnoten
Schlagzeugnoten

Nehmen wir einmal Schlagzeugnoten zur Hand. Um jetzt nicht das Notenlesen in den Vordergrund zu stellen neben wir mal ein Notenbeispiel, bei dem es sich ausschließlich um Viertelnoten handelt.

Die Schlagzeugnoten

Kurz zur Erklärung: Eine Note mit einem Kreuz ist ein geschlossenes Hihat, eine Note mit mit einem Kreis ist eine Basedrum und eine Note mit einem schrägen Balken ist die Snare. Was wir daraus machen dazu später mehr.

Übung 1: Rhythmisch zählen

Die erste Grundvorausetzung die wir benötigen ist rhytmisches Zählen. Probier es einmal: 1 .. 2 .. 3 .. 4 .. 1 .. 2 .. 3 .. 4. Du kannst auch eine Uhr zur Hilfe nehmen und mit den Sekunden zählen: 1 .. 2 .. 3 .. 4 .. 1 .. 2 .. 3 .. 4 ..

Wenn das gut klappt ist die erste Hürde genommen! Abhängig davon wie schnell Du zählst, bestimmst Du die Beats per Minute (bpm).

Übung 2: Schlageinsatz

Nun nummerieren wir unsere Schlagzeugnoten von 1 bis 4 oder 1 bis 8 immer wieder von vorn beginnend, bis wir durch das Notenblatt durch sind. Das macht das Schlagen am Anfang einfacher. Fangen wir mit der Basedrum an, die wir nun mit der linken Hand „spielen“ werden.

Zählen bei Schlagzeugnoten
Unser Beispiel: Nummerierte Schlagzeugnoten

Wir zählen also wie in Übung 1 und wann immer eine Basedrum-Note über der Zahl steht Schlagen wir mit der linken Hand auf die Tischkante (aber sachte, denn das ist keine Karateübung). In unserem Beispiel wäre das auf 1, 5 und 8.

Also auf geht’s, schaut auch grad keiner:
Schlag (1) .. 2 .. 3 .. 4 .. Schlag (5) .. 6 .. 7 .. Schlag (8)

Und, war bestimmt noch ein wenig verkrampft, also gleich nocheinmal:
Schlag (1) .. 2 .. 3 .. 4 .. Schlag (5) .. 6 .. 7 .. Schlag (8)

So, das übst Du jetzt so lange, bis Du das Gefühl hast, dass es nicht mehr verkrampft ist. Du kannst es überall üben, muss ja nicht immer auf einer Tischkante sein, Deinen Oberschenkeln tut’s auch. Es muss auch nicht mal wirklich ein Schlagen sein, für den Rhythmus reicht auch ein leichtes Tippen der Hand.

Solltest Du in der Öffentlichkeit üben, dann kannst Du auch das laute Zählen schon mal weglassen und leise im Kopf mitzählen. Also, denke daran: immer auf 1, 5 und 8 schlagen (für unser Beispiel).

Perfektioniert hast Du diese Übung, wenn Du die Notenfolge ohne Unterbrechung mehrmals hintereinander „spielst“.

Übung 3: Die zweite Hand

mit den Fingern trommeln

Nun bringen wir die zweite Hand ins Spiel. Mit der schlagen wir die Snare-Noten auf 3 und 7.

Wir üben jetzt aber nicht nur mit der rechten Hand, sondern schlagen gleich mit beiden Händen. Mit der linken also die Basedrum-Noten, mit der rechten Hand die Noten der Snare:

links (1) .. 2 .. rechts (3) .. 4 .. links (5) .. 6 .. rechts (7) .. links (8)

Gerade am Anfang ist es wichtig sehr langsam zu zählen. Läuft es gut, kannst Du von Durchlauf zu Durchlauf schneller werden. Auch hier ist die Übung am intensivsten, wenn Du die Notenfolge ohne Unterbrechung mehrmals hintereinander spielst.

Und, merkst Du schon, wie der Rhytmus in Dein Blut übergeht?

Verfeinern der Akkustik

Nun wollen wir mal noch dafür sorgen, dass es akkustisch auch angenehm klingt. Das Zählen könnten wir zum Beispiel durch eine Rassel ersetzen. Da brauchen wir aber jemanden der das für uns tut, den ohne Dritte Hand wird das ein wenig komplizierter.

Statt nun die Basedrum und Snare gleich klingend auf der Tischkante oder den Oberschenkeln zu schlagen, könnten wir uns jetzt Gegenstände suchen die unterschiedlich klingen. Manchmal reicht dazu schon eine Kiste, die am Rand höher klingt als in der Mitte. – Sprecht da am besten mal mit Jemanden der etwas von Resonanz versteht.

Und weiter geht’s!

Jetzt könnt Ihr Euch auf die Suche nach Schlagzeugnoten machen, um weitere Rhythmen zu üben.  Eine gute Quelle ist unter anderem: www.onlinedrummer.com

Ok, dann wünsche ich Euch viel Spaß beim Üben und Probieren! – Mal sehen, was wir zusammen als nächstes anpacken!