Bei einer der letzen Bootsfahrten auf der Spree habe ich in Höhe Berlin Oberschöneweide eine seltsame Entdeckung gemacht die mir keine Ruhe ließ. Ich zückte sofort die Kamera und konnte sogar scharfe Bilder machen, was für mich schon mal ein Anzeichen dafür war, dass es sich nicht um ein Ufo handeln kann, auch wenn es so aussah.

Haus "Futuro" an der Spree
Ein Ufo in Berlin an der Spree?

Nach kurzer Recherche im Internet fand ich dann auch des Rätsels Lösung. Es handelt sich tatsächlich nicht um ein Ufo, sondern um ein 1968 vom finnischen Architekten Matti Suuronen entwickeltes Rundhaus. Es trägt den Namen „Futuro“ und ist ungefähr 50 Quadratmeter groß und hat eine Küchenzeile, Toilette, Dusche und einen Schlafbereich. Mit seinen knapp 4 Tonnen inklusive Einrichtung kann es leicht transportiert werden. Geplant war es als futuristisch anmutende Skihütte.

Futuro Haus in Berlin
Ufo-Haus „Futuro“ in Berlin Schöneweide

Ungefähr 96 dieser Häuser soll es weltweis geben, wovon aber nur ca. 11 wirkliche Originale sein sollen. In Deutschland findet sich ein weiteres in Düsseldorf, das eine Zeit lang auf dem Dach eines Hauses stand, von dort aber dann entfernt werden musste, da es das Stadtbild störte.

Aber wie kommt dieses Haus nun an die Spree? Das Futuro Nr. 13 war auf der Hannover-Messe 1968 ein Ausstellungspavillon des Chemiekonzerns Bayer. 1969 wurde das Futuro in die DDR geholt und sollte als Parkfunkstudio im frisch eröffneten Kulturpark in Berlin dienen. Zudem war es gleichzeitig eine Sammelstelle für im Park verloren gegangene Kinder, die von dort ausgerufen werden konnten. – Man kann vermuten, dass einige Kinder es darauf angelegt haben verloren zu gehen.

Mittlerweile ist das Futoro im Privatbesitz. Eine Berlinerin hat es gekauft und vom Spreepark per Ponton an seinen jetzigen Standort in Berlin-Schöneweide verschifft.