Als ich neulich auf dem Balkon saß und meinen Blick ins leere Schweifen ließ, entdeckte ich ein seltsames Gebilde in einer Ecke an der Balkondecke. Es war eine schneeweiße Kugel die in etwa so groß wie ein Tischtennisball war mit einer Öffnung im unteren Bereich.

Wespennest (in Bauphase)
Wespennest im Anfangsstadium (ungefähr so groß wie ein Tischtennisball)

Anfangs konnte ich mir nicht erklären was ein sein könnte, vermutete dann aber ein Insektennest und nach kurzen Recherchen im Internet war das Gebilde als ein junges im Bau befindliches Wespennest identifiziert. Die Vorstellung den Balkon zukünfitg mit einer Wespenkolonie war für mich nicht gerade toll, zumal wir zwei kleine Kinder haben, also wollte ich das Nest entfernen. Wir entschieden uns dennoch ersteinmal zu beobachten, ob es möglicherweise ein verlassenes Wespennest vom Vorjahr war und ließen es noch ein paar Tage hängen.

Eikammern im Wespennest
5 Eikammern im Wespennest

Da wir in den Tagen keinen Flugverkehr und keine Weiterentwicklung des Wespennestes feststellen konnten, nahm ich das Nest dann schließlich ab. Es ist schon eine filigrane Arbeit, die die Wespenkönigin beim Bau ihres Nestes leistet. Aus zerkautem Holz spannt Sie erst einen „Faden“ von der Decke, an dem die Eikammern gabaut werden, die sie dann mit einer Halbkugel umschließt. Die während des Baus gelegten Eier werden dann Arbeiterinnen, die bei der Erweiterung des Nestes helfen.

Oberfläche Wespenest
Wespennest aus zerkautem Holz

Ich bin froh, dass ich nicht mit der Situation konfrontiert war, ein benutztes Wespenest abnehmen zu müssen. – Ich glaub das ist echt eine Gewissensetscheidung. Ich denke ich hatte „Glück“, dass die Gründung der Wespenkolonie aus welchen Gründen auch immer nicht erfolgreich war. Wespen-Erfahrung hatte ich ja bereits ohne Nest.

Wie würdet Ihr reagieren, wenn sich eine Wespe ihr Nest in eurem unmittelbaren „Lebensraum“ bauen würde?