Heute möchte ich euch einen Fall von Nachbarschaftproblem vorstellen. Das ganze ist mir passiert und ist auch noch nicht beendet. Eigentlich hatte ich vor, euch erst in den nächsten Tagen bzw. Wochen darüber zu berichten, jedoch haben sich in den letzten Tagen die Ereignisse überschlagen.

Ich wohne seit zweieinhalb Jahren in meiner jetzigen Wohnung. Seit einiger Zeit wohnt schräg unter mir ein neuer Mieter. Und so gab es ab und zu laute Musik in der Nacht. Aber alles noch erträglich. Jedoch verschärfte sich die Situation in letzter Zeit immer mehr. Somit begann ich die Störungen des Mieters zu notieren. Mittlerweile ist es so nervig, dass ich nicht schlafen kann, wenn der Mieter seine Anlage aufdreht. In der Nacht von letzten Donnerstag zu Freitag wurde es mir dann zu viel.

Immer nach dem gleichen Schema: Der Mieter kommt Abends gegen 23:30 Uhr nach Hause und man hört nur noch seine Wohnungstür zuknallen, anschließend kann man mittlerweile runterzählen und die Musik geht los. Es handelt sich um Rock- und Technomusik. Der Subhover funktioniert super, das ist das Problem. Die Bässe sind einfach unangenehm – und überhaupt: Laute Musik hat in der Nacht nichts zu suchen. In der besagten Nacht fasste ich mir ein Herz und suchte die Quelle der Musik (ich wußte ja schon woher sie kam). Ich schaute aus dem Fenster und sah bei dem Mieter Licht brennen und ein offenes Fenster. Als er meine Aufforderung, die Musik zu beenden, nicht nachkam, ging ich an seine Wohnungstür. Auch da ignorierte er mich. Soweit so gut. Ich entschloss mich, meiner Wohnungsbaugenossenschaft zu schreiben und nun warte ich, dass meine Forderung einer Mietminderung durchgewunken wird (ich habe mir von einem Bekannten, der in der Branche, arbeitet ein paar Tipps geben lasse).

Das Schreiben war fertig und das Wochenende ging zu Ende – aber nicht ohne laute Musik. Ich war echt „bedient“ und ging dieses Mal ohne zu zögern zu dem Mieter. Er öffnete zwar nicht, aber anscheinend genervt, machte er die Musik aus. Kaum in meiner Wohnung zurück, ging es aber wieder los. Das war’s für den Mieter! – dachte ich mir und rief dieses Mal die Polizei. Nach 25 Minuten kamen die Beamten dann. Ich hatte zwar Befürchtungen, dass die Musik in der Zeit beendet ist, aber es war nicht so.

Die Polizei klingelte bei mir. Dabei war die Musik im Hausflur schon deutlich zu vernehmen. Ich wurde gefragt, ob ich eine Anzeige gegen den Mieter machen möchte, aber ich lehnte ab und erklärte, dass ein Schreiben an die Gesellschaft bereit liegt. Die Polizei meinte daraufhin, dass dies auch mehr Wirkung zeigen würde.

Dann ging es los: Die Beamten klingelten und klopften energisch beim Ruhestörer. Dieser öffnete aber nicht. Somit klopften und klingelten die beiden immer doller, bis dann doch die Tür geöffnet wurde, nachdem die Beamten immer wieder „Machen Sie auf, Polizei!“ riefen. Die erste Reaktion beim Anblick der Beamten war „Ne, is jetz nich war oder?“. Anscheinend (dem Geräuschpegel nach zu urteilen) wehrte er sich, denn ich hörte noch die Aufforderung der Beamten „Hände nach oben!“. Ich war mittlerweile beruhigt, denn die Musik war inzwischen abgestellt.

Am Ende klopfte der eine Polizist noch einmal bei mir. Er meinte, dass die Polizei eine eigene Anzeige geschrieben hat und ich würde als Zeuge notiert werden. Kein Problem für mich. Und ich sollte unbedingt nochmal anrufen, wenn die Musik wieder los geht. Denn dann würde die Anlage beschlagnahmt werden. Und ihr werdet es nicht glauben, ich hab danach eine ruhige Nacht gehabt. 😉 Nun bin ich gespannt, was die nächsten Nächste passiert. Am Morgen habe ich noch das Schreiben an meinen Vermieter ergänzt.

Ist euch so etwas auch schon passiert? Und vor allem, wie habt ihr reagiert? Ich hätte eigentlich viel früher die Polizei alarmieren sollen. Nochmal vielen Dank an die zwei freundlichen Beamten.

Ich verstehe es immer noch nicht, wie man mitten in der Nacht laute Musik aufdreht und nicht mal auf die Idee kommt, dass sich vielleicht Mieter gestört fühlen könnten. Was soll man dazu noch sagen? Drückt mir die Daumen, dass diese nervige Zeit nun vorbei ist…

Übrigens: Laut Gesetzgeber ist laute Musik in den Ruhezeiten natürlich untersagt, sie muss auf Zimmerlautstärke bleiben. Und noch etwas: Eine Mietminderung wird heutzutage von der Bruttowarmmiete berechnet. Da ich eine Zeugin benennen konnte und diverse Störungszeiten des Mieters notiert habe, denke ich, dass ich gute Chancen bei der Mietminderung habe.

Update 03.01.2008:
Mein Vermieter trat nach meinem Schreiben an den besagten Mieter heran. Es war danach auch erst einmal Ruhe. Aber über Weihnachten fiel der Mieter in die alten Zeiten zurück und so gab es erneut mehrere nächtliche Ruhestörungen. Mein erneutes Herantreten an den Vermieter ist nun der Anlass, dass der Ruhestörer in die Geschäftsstelle vorgeladen wird. Übrigens liegen meinem Vermieter auch Beschwerden anderer Nachbarn vor, was ich schonmal sehr positiv finde.