In der Firma soll demnächst eine 0900-er Hotline geschaltet werden. Die Nummer dazu haben wir uns bei der Bundesnetzagentur geholt, die Freischaltung sollte über die Telekom erfolgen. ‚Kann ja nicht so schwer sein‘, dachte ich mir Anfang Februar und wußte nicht, was für eine Odyssee es werden würde. Eine 0800-Telekom-Hotline angerufen und zwei Rufnummern später war ich da, wo mir geholfen werden sollte … bei der Geschäftskunden Niederlassung Nordost. – Großer Fehler!

Meine Frage ist einen Satz lang: „Was kostet es, von 8-18 Uhr eine 0900-Rufnummer zu schalten?“

„Stellen Sie einen Faxantrag“
Bevor ich etwas freischalten lasse (das Auftragsformular lag mir vor) wollte ich ersteinmal wissen was es monatlich kostet. Am Telefon wollte oder konnte es mir keiner sagen, ich sollte ein Fax schicken in dem ich um die Freischaltung und einen Rückruf bitten. Klar kein Problem für mich – Fax raus.

„Schicken Sie mir einen Faxantrag“
Eine Woche passierte nichts, also rief ich erneut an und schilderte mein Vorhaben und erzählte von dem gesendeten Fax. Da sie in ihren Akten nichts fand, sollte ich das Fax erneut senden, diesmal direkt an diese Mitarbeiterin persönlich. Klar kein Problem für mich – Fax raus.

„Ich schicke Ihnen ein Fax“
Es vergangen wieder ein paar Tage, aber das Telefon blieb still. Also rief ich erneut an. Der Mitarbeiter hörte sich mein Anliegen an. Ihm brauchte ich kein Fax schicken, er wollte mir stattdessen eines senden. Meine Fragen wollte er nicht am Telefon beantworten, das steht alles auf der Preisliste. Hoho, dachte ich, fühlte mich ein wenig wie in einen Geheimbund verstrickt.

„Faxe soweit das Auge reicht“
Da saß ich und wartete auf das Fax und Tatsache, mein Chef betrat die Tür mit einem Stapel Papier. 40 Seiten Preisliste? Nein, ganz viel anderes Infomationsmaterial, aber die Info die ich angefragt habe war nicht dabei. Irgendwann kam dann doch noch die Preislist e und plötzlich wieder ein Stapel Papier aus dem Fax mit den gleichen Infos nocheinmal! Ich versuchte den Mitarbeiter verzweifelt zu erreichen, um ihn von weiteren Faxen abzuhalten. Über seine Nummer war nichts machbar, über die Zentrale auch nicht, aber eine Mail stoppte das Zettel-Chaos. Nun lag vor mir ein Berg Papier, auch die gewünschte Info (vermutete ich zumindest). Die Preisliste war jedoch gespickt von Unerklärbarkeiten. Was ist z.B. ein Verkehrsführungsprogramm, benötige ich das? Warum schickt er das PDF nicht per Mail sondern per Fax? Er meint dazu: „Nehmen Sie die Rückseite doch als Schmierpapier!“ – Großartige Idee!

„So ist das!“
Ich rief erneut die Geschäftskundenbetreuung an in der Hoffnung einen anderen Mitarbeiter zu erreichen. Eine junge Dame ging mit mir die Preisliste durch, aber sicher war sie sich auch nicht, zumindest waren ihre Erklärungen einleuchtend.

Mittlerweile habe ich mich bei anderen Anbietern umgehört, die konnten mir auf Anhieb sagen was ich benötige und was es kostet. Einen Antrag hatte ich aber dennoch nicht ausgefüllt, mein Chef interessieren die Telekompreise. – Toll, wo soll ich die hernehmen?

„So ist das … glaub ich“
Eine Telekom-Mitarbeiterin ruft mich an. Geschäftskundenbetreuung. – Na toll … aber sie ruft mich an, also muß sie was wissen. Wir gehen die Preisliste durch, völlig andere Erklärungen, viele Vermutungen. Ich bin verzweifelt, ich stelle Ihr Fragen, sie will sich erkundigen …

„Ich schicke Ihnen die Preisliste per Mail!“
Mittlerweile ist der 9. März. Das Telefon klingelt, es ist ungefähr eine Woche her, dass ich mit der Dame gesprochen habe. Sie hat mit Ihrem Chef gesprochen und ihm erklärt was ich brauche. Ok, jetzt packen wir es! Aber die Freude war umsonst. Ich wollte einen Anrufbeantworter geschaltet haben? Sie weiß die Preise wieder nicht, ich soll erteinmal den Auftrag schicken? Bei der Telekom gibt es wohl die günstigsten Katzen in Säcken? Sie schickt mir die Preisliste per Mail (hoho, scheinbar hat sich rumgesprochen, dass unser Faxpapier seit der letzten Teleokom-Attacke alle ist). Sie würgt mich ab.

„Rufen Sie unsere Hotline an …“

Ich weiß nicht weiter und gehe auf die Telekom-Webseite, klicke gezielt auf das Impressum und suche nach Namen. „Leiter Zentralbereich“, das hört sich kompetent an. Ich bastel aus seinem Vor- und Nachnamen eine Telekom-Mailadresse und schicke einen verzweifelten Hilferuf. Wenige Minuten später die Reaktion mit einer Rufnummer die ich bereits einmal gewählt habe, die Telekom-Hotline, die mich dann an diese Geschäftskundenbetreuung weitergeleitet haben.

„Haben Sie sonst noch Fragen?“
Ich rufe die Hotline an, erwarten tue ich nichts, aber manchmal geben auch Strohhalme einen Halt. Die Frau am anderen Ende benötigt nichteinmal zwei Minuten um mir den kompletten Vorgang inklusive Preise mitzuteilen. Ich bin echt fasziniert – die bei der Telekom haben den vollen Durchblick!

Ein Monat ist seit meiner ersten Anfrage vergangen, am Ziel bin ich noch lange nicht, denn den ausgefüllten Antrag bekommt die Geschäftskundenbetreuung Nordost …