Für mich ist die Grüne Woche immer wieder ein Highlight, das man nicht verpassen sollte! Auch dieses Jahr war sie wieder ein überaus großer Erfolg! Ich muss sagen, so großzügig war man dort schon lang nicht mehr!

Was dieses Jahr allerdings etwas spärlich daherkam, war die Blumenhalle. Da war selbst in der Holland-Halle das Arrangement besser.

Allerdings wurde das durch all die Gratishäppchen und amüsanten Persönlichkeiten wieder wettgemacht. Zum Beispiel die lustigen Koreaner mit den multifunktionalen Sägen, die sich wie jedes Jahr auf koreanisch in die Besucher Herzen quatschten. Oder der lustige Chili-Mann, von dem ich Euch in einem zweiten Teil meiner Grünen Woche Erlebnisse erzählen will.

Die Grüne Woche – Ein Anfängerkurs
Wer glaubt, die Grüne Woche sei eine Freizeitbeschäftigung für gemütliche Rentner, die sich gern über Küchenmaschinen und das gemeinen Birkenkäfer “Kasimir” beraten lassen, der irrt. Die Grüne Woche ist das Synonym für strategische Kriegsführung! Darum hier ein kleiner Einführungskurs mit Strategien für den nächsten Grüne Woche Besuch:

Bequeme Kampfkleidung: Wie soll man in High-Heels mit vollen Kräften nach einer ukrainischen Pökelwurst schnappen können, wenn selbst die 90jährige Oma Inge in ihren Birkenstock deutlich flexibler ist? Also bitte, robust-bequemes Schuhwerk und der Temperatur angepasste Kleidung (merke: drinnen ist’s meist wärmer zu dieser Jahreszeit als draußen, also gut überlegen, ob das Michelin-Männchen-Kleidungsstück in den Rucksack passt!)

Anflug: Empfehlenswert ist es am Olympia-Stadion zu landen, da einen von dort ein kostenloser Shuttle-Bus direkt zu beiden Haupteingängen der Grünen Woche und wieder zurück bringt, das erspart den Stress genau vor der Tür zu parken!

Strategische Einsatzplanung: Man sollte sich im Vorfeld übers Internet den Lageplan beschaffen und vielleicht einen ersten Rundgang-Entwurf mit zur Verfügung stehenden Zeitfenstern pro Halle kreieren (Pufferzeiten/Päuschen zum Verschnaufen sollten immer mit dabei sein!), der die Möglichkeit zur Spontanität lässt!

Finanzplanung: Was auf der Grünen Woche für lau immer rar ist, sind definitiv Getränke! Deswegen empfiehlt es sich stets einen damit gut gefüllten Rucksack dabei zu haben! Ein kleiner Notproviant sollte auch immer “on bord” sein, für den Fall, dass man tatsächlich mal zu kurz kommt!Man sollte außerdem nie den Lageplan an der Kasse kaufen (auch wenn er nur ‘nen Euro kostet! Es geht hier ums Prinzip!), denn an jedem, zu neudeutsch, “Info Point” liegen, wie unbeachtet Grüne Woche-Zeitschriften, in denen der Plan auf den letzten Seiten unbeachtet verborgen liegt.

Die Devise heißt: Schmarotzen! – Wer umsonst auskommen will, der schafft dies auch! Nur man sollte nicht all zu anspruchsvoll sein. Es wird einfach gegessen was kommt! Das sollte man sich immer wieder vor Augen halten. Dafür kann man sich dann auch mal mehrere Häppchen gönnen oder auch ganz dreist mal nach Kostproben fragen, wenn keine ausliegen. Das ist moderne Kriegsführung. Übrigens, im Kampf um die Gratishäppchen und -schnäppchen ist jeder dein Feind, also Schluss mit der christlichen Nächstenliebe…

Ballungsgebiete: Merke, wo viele Menschen stehen gibt es immer etwas umsonst oder zumindest etwas sehr günstiges! Also nichts wie ran an den Speck und nach vorn gedrängelt!

Evergreens: Es gibt bestimmte Hallen, die erfreuen alle Jahre wieder ganz generös das Herz des Schnorrers. Zu diesen gehören:

  1. Der Nissin-Stand in der Asia-Halle: Hier kann man alle Suppen kostenlos probieren und bekommt gratis Suppen und andere Gimmicks geschenkt, wenn man eine Kugel aus einem Eimer zieht. Idiotensicher und magenfüllend!
  2. Die Gewürz-Stände: Hier werden endlos viele Dips mit Salzstangen gereicht. Köstlich…
  3. Die Käse-Stände: Käse macht satt, auch wenn man ihn in gestocherten Würfeln zu sich nimmt!
  4. Die Küchenmaschinen-Halle: Von Amateure fälschlicherweise umgangen – von Kennern geschätzt. Während die Vertreter einen mit schmierigen Witzen versuchen einzulullen, bereiten sie binnen einer Vorführung ein ganzes Menü zu, das sie zur Verkostung an den gaffenden Pöbel verschenken (bestehend aus Eis, Suppe, Cremes, frischen Säften etc.). Hat man man sich bei mehreren Maschinen angestellt, ist man pappsatt.
    P.S.: Man sollte allerdings fasziniert von der schillernden Welt der Küchenmaschinen geben!
  5. Dt. Verbände: Verbände, wie etwa der dt. Fischverband, haben meist Vorführküchen an denen sie ganze Menüs zusammenbrodeln und dann vergeben. Anstellen lohnt sich!