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Sonderausstellung in Rheinzabern


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Geschichte von Rheinzabern

Rheinzabern, zu römischer Zeit hies der Ort "Tabernis", wurde um die Zeitenwende an der römischen Hauptstrasse von Basel nach Mainz als Raststätte gegründet (Tabernis bedeutet soviel wie taverne = Gasthaus).

Wohl beim Strassenbau haben die Römer große Tonvorkommen entdeckt und begannen so um 40 n.Chr. mit der Ziegelproduktion. Mit dem Baumaterial wurde das 130 km weiter nördlich gelegene Mainz erbaut.

Etwa um 80 n.Chr. war es den alten Römern zu aufwendig geworden das Material über diese weite Strecke zu transprtieren und so haben sie einfach ihre Fabriken in den frankfurter Raum verlagert.

Schon im 1. Jhd. ist parallel zur Ziegelproduktion die Produktion von Gefäßkeramik nachweisbar. Mit der Expansion des römischen Reiches auf die rechte Rheinseite wird dann im zweiten Jahrhundert Rheinzabern zum hervorragenden Standort für Töpfer. Sie beginnen um 120 eine besondere römische Feinkeramik herzustellen, deren römischen Namen wir nicht kennen, die wir heute aber als TERRA-SIGILLATA bezeichnen (dieser Name leitet sich von der versiegelten Oberfläche der rotglänzenden Tonkeramik ab).

Rheinzabern stieg zum größten Produktionszentrum für dieses Geschirr nördlich der Alpen auf. Die bis zu 1,5 Millionen Gefäße die in den Jahren 150 bis 250 n.Chr. jährlich hergestellt wurden, wurden schon damals bis nach England, in den gesamten Donauraum ja bis auf die Halbinsel Krim verkauft.

Ich bin mir sicher, dass auch in Berliner Museen Keramik "Made in Rheinzabern" steht.

Das Museum, der Verein

Unser Museum widmet sich dieser Geschichte des Dorfes. Wir wissen zum Beispiel von den Ausgrabungen der letzten 100 Jahre die Namen von über 700 römischen Töpfern und kennen die Ruinen von ca. 1000 Keramikbrennöfen. Schon damals lebten ca. 4000 Menschen in Tabernis, das entspricht heute einer Stadt in der Größe von ca. 60.000 Einwohnern.

Das Museum ist in zwei Gebäuden untergebracht:
  • der Schutzbau der römischen Brennöfen (Faustinastrasse) beherbergt am Fundort die Ruinen eines Ziegel- und eines TS-Brennofens aus der Mitte des 3. Jhds.
  • das eigentliche Museumsgebäude (Hauptstrasse 35) in dem alten Schulhaus aus dem Jahr 1878 stehen uns vier Räume zur Verfügung:
  • - der Einführungsraum mit den Grabungsplänen der Jahre 1975 bis 1998 und einer Hommage an Ludowici, dem ersten Ausgräber in Rheinzabern
    - die Sigillata Schausammlung (neben Sigillaten auch Terra Nigra, Gebrauchskeramik, Ziegel und Steine)
    - der Hortfund aus Neupotz, 1000 Metallgegenstände aus einer Kiesgrube in Neupotz die das gesamte Spektrum der Metallgefäße/Geräte in römischer Zeit widerspiegeln - von der Münze über Silberteller, Essgeschirr Dosenschlösser bis hin zu Werkzeugen (Gsamtfundgewicht: 700kg!!!!) und schließlich
  • der Sonderausstellungsraum in dem wir zwei mal jährlich wechselnde Ausstellungen zu vielfältigen Themenbereichen anbieten, z.B. Spielzeug, Emaillewerbeschilder, Villeroy und Boch.


  • Das Museum wird vom VEREIN TERRA-SIGILLATA-MUSEUM e.V. betreut und geleitet. Dieser Verein arbeitet vollständig ehrenamtlich, hat zur Zeit 83 Mitglieder. Vorsitzende dieses Vereins heißt Peter Hamburger. Im Jahr 2000 hatten wir 4.800 Besucher an Sonn- und Feiertagen oder im Rahmen von 50 geführten Gruppen.

    Die Sonderausstellungen sind für uns von enormer Bedeutung - sie hätten bestimmt auch nie etwas von Rheinzabern erfahren ohne unsere Sonderausstellungen.

    Unsere Sonderausstellungen dauern in der Regel 4 bis 5 Monate damit sich der Aufwand auch lohnt.

    Also, kommen auch Sie nach Rheinzabern und besuchen Sie unsere Ausstellungen. Sie sind herzlich eingeladen!



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