Teddy-Ausstellung 2001/2002
Sonderausstellung in Rheinzabern
Übersicht |
Die Idee |
Einladung |
Das Terra-Sigillata-Museum
Fotos von der Abholaktion |
Fotos von der Eröffnung |
Postkarte zur Ausstellung
Geschichte von Rheinzabern
Rheinzabern, zu römischer Zeit hies der Ort "Tabernis", wurde um die
Zeitenwende an der römischen Hauptstrasse von Basel nach Mainz als Raststätte gegründet
(Tabernis bedeutet soviel wie taverne = Gasthaus).
Wohl beim Strassenbau haben die Römer große Tonvorkommen entdeckt und begannen
so um 40 n.Chr. mit der Ziegelproduktion. Mit dem Baumaterial wurde das 130 km weiter nördlich
gelegene Mainz erbaut.
Etwa um 80 n.Chr. war es den alten Römern zu aufwendig geworden das Material
über diese weite Strecke zu transprtieren und so haben sie einfach ihre Fabriken
in den frankfurter Raum verlagert.
Schon im 1. Jhd. ist parallel zur Ziegelproduktion die Produktion von
Gefäßkeramik nachweisbar. Mit der Expansion des römischen Reiches auf die rechte
Rheinseite wird dann im zweiten Jahrhundert Rheinzabern
zum hervorragenden Standort für Töpfer. Sie beginnen um 120 eine besondere
römische Feinkeramik herzustellen, deren römischen Namen wir nicht kennen,
die wir heute aber als TERRA-SIGILLATA bezeichnen (dieser Name leitet sich von der
versiegelten Oberfläche der rotglänzenden Tonkeramik ab).
Rheinzabern stieg zum größten Produktionszentrum für dieses Geschirr nördlich
der Alpen auf. Die bis zu 1,5 Millionen Gefäße die in den Jahren 150 bis 250 n.Chr. jährlich
hergestellt wurden, wurden schon damals bis nach England, in den gesamten Donauraum ja
bis auf die Halbinsel Krim verkauft.
Ich bin mir sicher, dass auch in Berliner Museen Keramik "Made in Rheinzabern"
steht.
Das Museum, der Verein
Unser Museum widmet sich dieser Geschichte des Dorfes. Wir wissen zum Beispiel
von den Ausgrabungen der letzten 100 Jahre die Namen von über 700 römischen Töpfern
und kennen die Ruinen von ca. 1000 Keramikbrennöfen.
Schon damals lebten ca. 4000 Menschen in Tabernis, das entspricht heute einer
Stadt in der Größe von ca. 60.000 Einwohnern.
Das Museum ist in zwei Gebäuden untergebracht:
der Schutzbau der römischen Brennöfen (Faustinastrasse)
beherbergt am Fundort die Ruinen eines Ziegel- und eines TS-Brennofens aus der
Mitte des 3. Jhds.
das eigentliche Museumsgebäude (Hauptstrasse 35)
in dem alten Schulhaus aus dem Jahr 1878 stehen uns vier Räume zur Verfügung:
- der Einführungsraum mit den Grabungsplänen der Jahre 1975 bis 1998 und einer
Hommage an Ludowici, dem ersten Ausgräber in Rheinzabern
- die Sigillata Schausammlung (neben Sigillaten auch Terra Nigra,
Gebrauchskeramik, Ziegel und Steine)
- der Hortfund aus Neupotz, 1000 Metallgegenstände aus einer Kiesgrube in
Neupotz die das gesamte Spektrum der Metallgefäße/Geräte in römischer Zeit widerspiegeln -
von der Münze über Silberteller, Essgeschirr
Dosenschlösser bis hin zu Werkzeugen (Gsamtfundgewicht: 700kg!!!!)
und schließlich
der Sonderausstellungsraum in dem wir zwei mal jährlich wechselnde
Ausstellungen zu vielfältigen Themenbereichen anbieten, z.B. Spielzeug,
Emaillewerbeschilder, Villeroy und Boch.
Das Museum wird vom
VEREIN TERRA-SIGILLATA-MUSEUM e.V. betreut und geleitet.
Dieser Verein arbeitet vollständig ehrenamtlich, hat zur Zeit 83 Mitglieder.
Vorsitzende dieses Vereins heißt Peter Hamburger. Im Jahr 2000 hatten wir
4.800 Besucher an Sonn- und Feiertagen oder im Rahmen von 50 geführten Gruppen.
Die Sonderausstellungen sind für uns von enormer Bedeutung - sie hätten
bestimmt auch nie etwas von Rheinzabern
erfahren ohne unsere Sonderausstellungen.
Unsere Sonderausstellungen dauern in der Regel 4 bis 5 Monate damit sich der
Aufwand auch lohnt.
Also, kommen auch Sie nach Rheinzabern und besuchen Sie unsere Ausstellungen.
Sie sind herzlich eingeladen!